logo-lanserhof

Browser Warning

Bitte beachten Sie, dass die Verwendung des Internet Explorers einige Probleme verursachen kann. Für die uneingeschränkte Nutzung der Seite wechseln Sie bitte den Browser.

logo-lanserhof

12. Dezember 2022

Ist Atmen das neue Meditieren!?

Stress ausschalten, nur wie kann das gelingen? Mit zwei oder drei physiologischen Seufzern! Laut Neurowissenschaftler Andrew Huberman gelangt man so zur inneren Ruhe. Atemübungen sind in der Regel viel einfacher umzusetzen als Mediation. Warum das so ist und wie Sie mit der richtigen Atemtechnik Entspannung finden, erfahren Sie im Folgenden.

Kennen Sie das auch? Im Alltag halten uns alle möglichen Gedanken ständig auf Trab. Wir fühlen uns gestresst, verlieren den Überblick und die Welt rauscht nur so an uns vorbei. Ebenso halten uns diese Überlegungen, Erinnerungen und Sorgen davon ab, den Moment bewusst zu erleben. Wie schön wäre es, wenn man in solchen Augenblicken die Stopptaste drücken, die Aufmerksamkeit zurück auf sich selbst richten und dabei zur Ruhe und Gelassenheit zurückfinden könnte.

Laut Neurowissenschaftler Andrew Huberman muss man dafür einfach nur die Umwelt anders betrachten. Er sagt, es komme nicht darauf an, was wir wahrnehmen, sondern vielmehr wie wir darauf reagieren – mit den Augen und unserer Atmung.

Meditation und Atemarbeit – ähnlich, aber nicht gleich

Ruhe mithilfe von Meditation zu finden, ist vielen Menschen bekannt. Doch die meisten scheitern bereits bei dem bloßen Ausprobieren des Meditierens. Die eigenen Gedanken „auszuschalten“ ist schwerer als gedacht. Oft lässt uns der Versuch mit der Erkenntnis zurück, „Meditieren ist einfach nichts für mich“. Wer meditiert, kapselt sich von der Außenwelt ab und konzentriert sich auf einen inneren Bezugspunkt. Meist wird dabei die Atmung gewählt, da dessen rhythmische Bewegung (Ein-und Ausatmen) dabei hilft, konzentriert zu bleiben. Beim Meditieren geht es nicht darum, den Atemrhythmus zu verändern, sondern lediglich darum, den natürlichen Fluss dabei zu beobachten.

Anstelle von Meditation können Sie versuchen, ihrem Stress doch einmal mit speziellen Atemtechniken entgegenzuwirken. Die Macht des Atmens ist enorm und Atemübungen sind in der Regel viel einfacher umzusetzen, als Mediation. Die Art wie wir atmen wirkt sich sehr stark auf unseren Stresszustand aus. Jeder von uns kann bewusst atmen und bereits in Sekundenschnelle positive Auswirkungen herbeiführen.

Atemarbeit kann als bewusste Lenkung der Atmung in eine bestimmte Richtung beschrieben werden, um spezifische Prozesse im Körper und Geist zu beeinflussen. Im Gegensatz zur Meditation, die ein rein kognitiver Prozess ist, erfordert Atemarbeit, die Atmung bewusst zu verändern und dabei ein bestimmtes Ziel oder Ergebnis zu verfolgen. Je nach Technik oder Methode kann dies bedeuten, dass man tiefer oder flacher, langsamer oder schneller, in Richtung Bauch oder Brust, durch die Nase oder durch den Mund atmet und mitunter die Pausen zwischen Ein- und Ausatmung weglässt. Und es gibt unzählige Möglichkeiten, dies zu variieren.

Bei Stress können zwei oder drei physiologische Seufzer helfen, denn Daten aus einer Studie von Andrew Huberman zeigen, dass Menschen und Tiere während des Schlafs und unter beengten Umständen diese Seufzer ausstoßen, also ein doppeltes Einatmen gefolgt vom Ausströmen-Lassen der Luft. Kinder tun das, wenn sie schluchzen. Zwei oder drei physiologische Seufzer sind der schnellste bekannte Weg, die autonome Erregung wieder auf ein normales Niveau zu senken. Auch die sogenannte Box-Atmung kann helfen. Bei dieser atmet man rhythmisch folgendermaßen: jeweils gleich langes Einatmen, Anhalten, Ausatmen, Anhalten.

Es handelt sich beim Atmen also um einen physiologischen Prozess, der zwar automatisch abläuft, den wir aber trotzdem auch kontrollieren können, da Atmung und Gehirn miteinander über das Zwerchfell verbunden sind. Dieses ist das einzige Organ im Körper, welches aus einem willkürlich steuerbaren Skelettmuskel besteht und sich also direkt beeinflussen lässt. Die Atmung ist dabei die Brücke zwischen der bewussten und unbewussten Körperkontrolle. Beim Einatmen bewegt sich das Zwerchfell nach unten. Da so mehr Platz frei wird, kann sich das Herz ein wenig ausdehnen. Das bewirkt, dass das Blut etwas langsamer hindurchfließt. Darüber wird dann unmittelbar das Gehirn informiert. Dieses versteht diesen Zustand als Hinweis, dass das Herz die Leistung erhöhen soll. Durch verstärktes Ein-und Ausatmen können wir also unsere Herzfrequenz bewusst steigern. Dasselbe funktioniert auch umgekehrt: Bei Ausatmen verlangsamt sich die Herzfrequenz.

Perfekt ist, wenn es gelingt, Meditation und Atemtechnik miteinander zu kombinieren. Das Finden der Mitte hilft dabei, geistig ruhiger und widerstandsfähiger zu werden, die Atmung, um mit sich selbst in Kontakt zu treten, Stress zu verarbeiten und sich zum Bespiel auch in den Schlaf zu atmen. Zwei großartige Techniken, die für das eigene Leben sehr hilfreich sein können. Man muss es nur wollen und natürlich ausprobieren.