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Pharmakogenetik: Ein Paradigmenwechsel in der personalisierten Medizin

Die Pharmakogenetik stellt ein aufstrebendes Feld in der medizinischen Wissenschaft dar, das eine maßgeschneiderte Medikamententherapie ermöglicht, basierend auf der individuellen genetischen Konstitution eines Patienten. Dieses innovative Konzept gewinnt zunehmend an Bedeutung, da es das Potenzial hat, die Wirksamkeit der Behandlung zu erhöhen und gleichzeitig das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren.

Medikamente helfen uns Schmerzen zu lindern und Krankheiten vorzubeugen. Es gibt nahezu für jedes Symptom, jeden Schmerz oder Wehwehchen ein Arzneimittel. Doch nicht immer wirken Medikamente bei jedem Menschen auf dieselbe Weise. Manchmal wirken sie gar nicht und in anderen Fällen führen sie zu starken Nebenwirkungen. Aber wieso blockiert unser Körper manche Medikamente oder setzt sie gar nicht erst richtig um und wie kann ein einfacher Bluttest hierbei Abhilfe schaffen? Damit das richtige Medikament in der richtigen Dosierung auch dem richtigen Patienten verschreiben wird?

Dr. Theresa Thurner ist Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie und Teil des Teams im Lanserhof LANS. Im Laufe ihrer Karriere war sie im Bereich der Allgemeinmedizin tätig, hat sich aber schon früh ihrem jetzigen Fachgebiet gewidmet. In unserem Podcast “Forever Young” erklärt sie die Bedeutung der Pharmakogenetik.

Lanserhof Lans

Medikamente sind ein wesentlicher Bestandteil der modernen Medizin und spielen eine entscheidende Rolle bei der Linderung von Schmerzen und der Prävention von Krankheiten. Trotz ihres breiten Einsatzes reagieren Menschen unterschiedlich auf Medikamente. Während einige Patienten eine positive Wirkung erleben, zeigen andere keine Reaktion oder leiden unter starken Nebenwirkungen. Diese Diskrepanz wirft die Frage auf, warum der Körper manche Medikamente blockiert oder nicht korrekt metabolisiert und wie individuelle Unterschiede in der Medikamentenreaktion überwunden werden können.

Die Rolle der Genetik in der Medikamentenmetabolisierung

Einer der Gründe für diese Unterschiede liegt in der genetischen Konstitution des Einzelnen. Genetische Variationen beeinflussen, wie Medikamente im Körper absorbiert, verteilt, metabolisiert und schließlich ausgeschieden werden. Insbesondere das Enzymsystem der Leber spielt eine entscheidende Rolle beim Metabolismus von Medikamenten. Variationen in diesen Enzymen können dazu führen, dass Medikamente schneller oder langsamer als üblich abgebaut werden, was die Dosierung und die Wirksamkeit der Medikamente beeinträchtigt und das Risiko von Nebenwirkungen erhöht.

Pharmakogenetik:

Nebenwirkungen können auch durch Überdosierung, Interaktionen mit anderen Medikamenten oder die natürliche Wirkung des Medikaments selbst entstehen. Um solche unerwünschten Effekte zu minimieren, ist es entscheidend, das richtige Medikament in der richtigen Dosierung für den richtigen Patienten zu finden. Hier kommt die Pharmakogenetik ins Spiel. Durch die Analyse des genetischen Fingerabdrucks eines Patienten können Ärzte die genetische Konstitution eines Patienten bezüglich des Metabolismus von Medikamenten verstehen und somit eine personalisierte Medikamententherapie entwickeln.

Die Durchführung einer pharmakogenetischen Untersuchung


„Durch einen genetischen Fingerabdruck kann man individuell für den Patienten das geeignete Medikament in der vermutlich geeigneten Dosierung finden, um die Wirkung zu maximieren und Nebenwirkungen zu minimieren.“

Die Durchführung einer pharmakogenetischen Untersuchung ist ein einfacher Prozess, der eine Blutabnahme oder einen Speicheltest umfasst. Die Ergebnisse dieser Tests bieten wertvolle Einblicke in die genetische Konstitution des Patienten und ermöglichen es den Ärzten, die Therapie individuell anzupassen. Mit diesen Informationen können Medikamente und Dosierungen so ausgewählt werden, dass die Wirksamkeit maximiert und das Risiko von Nebenwirkungen minimiert wird. Dieser Ansatz stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung einer individualisierten Medizin dar, bei der Behandlungen auf die einzigartigen genetischen Profile der Patienten zugeschnitten sind.

Die Bedeutung der Arzt-Patienten-Kommunikation

„Es ist wichtig, immer mit seinem Arzt Rücksprache zu halten, um das Medikament gegebenenfalls gegen ein anderes auszutauschen, falls Nebenwirkungen auftreten.“

Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die pharmakogenetische Untersuchung nur ein Teil des gesamten Behandlungsprozesses ist. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Patienten und Ärzten bleibt unerlässlich. Patienten sollten ihren Ärzten Rückmeldung über ihre Reaktionen auf Medikamente geben und im Falle von Nebenwirkungen oder mangelnder Wirksamkeit Rücksprache halten. Ärzte sollten diese Informationen nutzen, um die Behandlung anzupassen und im Bedarfsfall alternative Therapien zu erwägen. Darüber hinaus sollten die Ergebnisse der pharmakogenetischen Tests sorgfältig interpretiert und in den Kontext der gesamten medizinischen Vorgeschichte und der aktuellen Gesundheitssituation des Patienten gestellt werden.

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Pharmakogenetik: Die Zukunft der Medizin

Insgesamt bietet die Pharmakogenetik ein enormes Potenzial zur Verbesserung der medizinischen Versorgung. Durch die Berücksichtigung der genetischen Unterschiede der Patienten kann die Pharmakogenetik dazu beitragen, die Wirksamkeit der Medikamente zu erhöhen, das Risiko von Nebenwirkungen zu verringern und die Patientenzufriedenheit zu steigern. Während wir in eine Ära der personalisierten Medizin eintreten, steht die Pharmakogenetik an der vordersten Front, um sicherzustellen, dass jeder Patient die sicherste und effektivste Behandlung erhält.

Häufige Fragen zur Pharmakogenetik

Was ist Pharmakogenetik?
Pharmakogenetik ist ein Bereich der Genetik, der untersucht, wie die genetische Veranlagung eines Menschen seine Reaktion auf Arzneimittel beeinflusst. Das Ziel ist, die Medikamentenverabreichung zu personalisieren, um die Wirksamkeit zu erhöhen und Nebenwirkungen zu minimieren.

Warum ist Pharmakogenetik wichtig?
Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Diese Unterschiede können auf Alter, Lebensstil, Gesundheitszustand und vor allem auf genetische Faktoren zurückzuführen sein. Durch das Verständnis Ihrer genetischen Veranlagung können Ärzte die für Sie am besten geeigneten Medikamente und Dosierungen auswählen.

Wie funktioniert ein pharmakogenetischer Test?
Ein pharmakogenetischer Test ist in der Regel ein einfacher Blut- oder Speicheltest. Die Probe wird im Labor analysiert, um spezifische genetische Varianten zu identifizieren, die beeinflussen können, wie Ihr Körper auf bestimmte Medikamente reagiert.

Ist die Pharmakogenetik in Deutschland zugelassen?
Ja, pharmakogenetische Tests sind in Deutschland zugelassen und werden in bestimmten Fällen von Ärzten empfohlen. Die Kostenübernahme durch die Krankenversicherung hängt jedoch von spezifischen Faktoren ab, einschließlich der Art des Tests und des Grundes für den Test.

Sind pharmakogenetische Tests sicher?
Pharmakogenetische Tests gelten als sicher. Es handelt sich um nicht-invasive Tests, die in der Regel keine Risiken oder Nebenwirkungen haben. Die größte Bedenken bestehen oft in Bezug auf Datenschutz und die Vertraulichkeit Ihrer genetischen Informationen.

Wie schützt man meine genetischen Daten?
In Deutschland unterliegen genetische Daten strengen Datenschutzbestimmungen. Labore und medizinische Einrichtungen müssen sicherstellen, dass Ihre Daten sicher aufbewahrt und nur gemäß den Datenschutzgesetzen verwendet werden.

Kann jeder einen pharmakogenetischen Test machen?
Theoretisch kann jeder einen pharmakogenetischen Test machen. In der Praxis wird er meistens Personen empfohlen, die auf bestimmte Medikamente nicht wie erwartet reagieren oder unerwartete Nebenwirkungen erfahren.

Wie genau sind die Ergebnisse eines pharmakogenetischen Tests?
Die Ergebnisse sind im Allgemeinen zuverlässig für die genetischen Varianten, die getestet werden. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass nicht alle genetischen Faktoren, die die Medikamentenreaktion beeinflussen können, bekannt oder in einem Test enthalten sind. Außerdem spielen auch nicht-genetische Faktoren eine Rolle.

Was passiert nach Erhalt der Testergebnisse?
Nachdem Sie Ihre Testergebnisse erhalten haben, sollten Sie diese mit Ihrem Arzt besprechen. Ihr Arzt kann die Informationen nutzen, um Ihre Behandlungspläne anzupassen, einschließlich der Auswahl von Medikamenten und der Bestimmung der richtigen Dosierungen.

Wo kann ich mehr Informationen über Pharmakogenetik erhalten?
Für weitere Informationen sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Ärztin.

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