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Psychoonkologie: Unterstützung für Patienten und Angehörige

Die Diagnose einer Krebserkrankung ist eine der schwersten Nachrichten, die ein Mensch erhalten kann. Neben den physischen Belastungen stellt sie auch eine enorme psychische Herausforderung dar, sowohl für den betroffenen Patienten als auch für sein soziales Umfeld. In der Welt der medizinischen Fachgebiete gibt es jedoch einen Bereich, der sich speziell mit der psychologischen Begleitung von Krebspatienten beschäftigt – die Psychoonkologie.

Wir haben mit Claudia Zeidler, Psychologin bei Lanserhof über die Bedeutung der Psychoonkologie für Patienten und Angehörige gesprochen.

Die Bedeutung der Psychoonkologie

Die Psychoonkologie ist ein eigenständiges Fachgebiet, das sich auf die psychologische Behandlung von Menschen mit einer Krebsdiagnose konzentriert. In der Vergangenheit war die Onkologie primär auf die somatischen Aspekte der Krankheit fokussiert, sprich Diagnose, Therapie und physische Genesung. Doch heutzutage ist klar, dass eine Krebserkrankung auch starke Auswirkungen auf die psychische Ebene eines Menschen hat und dass Körper, Geist und Seele untrennbar miteinander verwoben sind.

“Die Onkologie ist der Fachbereich, der sich mit dem Thema der Krebsdiagnostik, also der Diagnose und der Therapie, beschäftigt. Bei der Psychoonkologie geht darum, Menschen mit einer Krebsdiagnose psychologisch zu behandeln.”

Die Ganzheitlichkeit der Betrachtung

Eine somatische Erkrankung wie Krebs beeinflusst nicht nur den Körper, sondern auch das Erleben und Verhalten eines Menschen sowie sein gesamtes soziales System, einschließlich Familie und Freunde. Die Psychoonkologische Betreuung betrifft also nicht nur die Psyche im engeren Sinne, sondern berücksichtigt auch die psychosozialen Aspekte, die das Umfeld eines Patienten betreffen.

Die Bedeutung des Erstgesprächs

„Eine Krebsdiagnose ist ein sehr emotionaler Moment. Die Betroffenen fühlen sich oft wie neben sich stehend oder haben ein verändertes Zeitempfinden. Es ist wichtig, dass sie Unterstützung haben.“

Die Diagnosestellung einer Krebserkrankung ist ein emotional sehr belastender Moment, oft begleitet von einem Schock. Viele Patienten empfinden in diesem Augenblick eine Art Kontrollverlust und sind oft überwältigt von den Informationen und Entscheidungen, die auf sie zukommen. Ein guter erster Schritt ist es, sich Unterstützung zu holen, sei es von Angehörigen, Freunden oder professionellen Psychoonkologen.

Psychoonkologie als begleitender Prozess

„Die Lebensqualität ist ein zentrales Ziel. Bewegung, Ernährung, soziale Unterstützung und der Umgang mit Ängsten spielen eine wichtige Rolle.“

Die Psychoonkologie begleitet den Patienten über den gesamten Verlauf der Erkrankung – von der Diagnose über die Therapie bis zur Nachsorge und Reha. Die psychologische Unterstützung kann dabei helfen, Ängste und Sorgen zu bewältigen, den Umgang mit Schmerzen und körperlichen Veränderungen zu erleichtern und die Lebensqualität zu steigern.

Die Unterstützung der Psychoonkologie geht über den reinen Gesprächsrahmen hinaus. Es werden individuelle Strategien erarbeitet, die auf die Bedürfnisse und Ressourcen des Patienten zugeschnitten sind. Dies können Bewegung, Ernährung, Meditations- oder Entspannungstechniken sein, die dazu beitragen, die Lebensqualität zu steigern und den Stress zu reduzieren.

Die Rolle der Angehörigen für Krebspatienten

„Die Krebserkrankung reduziert den Menschen nicht auf die Krankheit. Die individuellen Bedürfnisse, Freuden und Leichtigkeit bleiben trotzdem wichtig.“

Angehörige spielen eine entscheidende Rolle im psychoonkologischen Prozess. Ihre Unterstützung und Mitwirkung sind essentiell, da sie nicht nur im Umfeld des Patienten agieren, sondern oft auch mit eigenen Ängsten und Unsicherheiten konfrontiert sind. Die Psychoonkologie kann auch Angehörigen dabei helfen, ihre eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und adäquat zu handeln.

Lebensqualität und Sinnfindung

„Es ist wichtig, das Leben trotz der Erkrankung zu genießen. Die Psychoonkologie kann bei der Bewältigung von Ängsten und Sorgen sowie bei der Unterstützung des gesamten sozialen Umfelds helfen.“

Die Psychoonkologie hilft nicht nur dabei, die physischen und psychischen Herausforderungen der Erkrankung zu bewältigen, sondern auch dabei, die Sinnhaftigkeit des Lebens zu reflektieren. Oft stellen sich Fragen nach dem Sinn und der Spiritualität. Die Psychoonkologie kann hierbei unterstützen, einen individuellen Umgang mit diesen Themen zu finden.

Unterstützung und Therapiemöglichkeiten bei Krebserkrankungen: Eine Vielzahl von Angeboten

In der Welt der Krebserkrankungen gibt es eine breite Palette an Hilfsangeboten, die den Betroffenen zur Verfügung stehen. Von Zentren über Arztpraxen bis hin zu Selbsthilfegruppen und psychoonkologischen Diensten, die Unterstützung bieten, ist die Auswahl groß und vielfältig.

Professionelle Hilfe von Psychoonkologen und Psychotherapeuten

Eine wichtige Säule der Unterstützung bilden die Psychoonkologen und psychotherapeutischen Fachkräfte. Diese Spezialisten sind entweder Ärzte mit psychologischer Expertise oder Psychologen selbst und können im ambulanten Setting Hilfe anbieten. Sie sind in der Lage, Therapien durchzuführen und entsprechende Abrechnungen mit den Krankenkassen zu arrangieren. Ein weiterer Aspekt, der oft übersehen wird, ist die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Selbsthilfegruppen. Diese Gruppen sind oft gut vernetzt und können den Kontakt zu Psychotherapeuten herstellen, was den Zugang zur Unterstützung erleichtert.

Die Rolle der Krebsgesellschaften

Neben den individuellen therapeutischen Angeboten spielen Krebsgesellschaften eine bedeutsame Rolle in der psychosozialen Unterstützung von Krebspatienten. Diese Organisationen beschäftigen Psychologen und Psychoonkologen, um niederschwellige Angebote bereitzustellen. Es ist jedoch anzumerken, dass die Wartezeiten im ambulanten Bereich oft recht lang sind. Daher ist es ratsam, bei den Krebsgesellschaften nachzufragen und direkt in den Zentren nach Hilfe zu suchen.

Direkte Unterstützung vor Ort

Eine effektive Methode, um Unterstützung zu finden, ist der direkte Kontakt mit Fachleuten in den Zentren. Wenn Sie vor Ort sind, sollten Sie die Gelegenheit nutzen, um sich zu informieren und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dieser Schritt erfordert vielleicht Überwindung, aber er kann den Weg zu einer besseren Lebensqualität ebnen.

Digitale Angebote und Podcasts

Immer mehr digitale Angebote und Podcasts beschäftigen sich mit Themen wie Angst und Depression im Kontext von Krebserkrankungen. Diese Ressourcen können eine wertvolle Ergänzung zu den traditionellen Therapieformen sein. Insbesondere im Bereich der Angst und Depression werden verhaltenstherapeutisch orientierte Ansätze verwendet. Es ist anzumerken, dass diese digitalen Ressourcen noch vergleichsweise neu sind und somit stetig weiterentwickelt werden.

Die Bedeutung der Psycho-Neuro-Immunologie

Ein besonders interessanter Aspekt ist die Beziehung zwischen Psyche, Immunsystem und körperlichem Wohlbefinden. Die Psycho-Neuro-Immunologie hat gezeigt, dass unsere Gedanken, Emotionen und Erfahrungen direkten Einfluss auf unser Immunsystem haben können. Traumatische Erlebnisse und Kommunikation von Diagnosen können ebenfalls einen somatischen Einfluss auf den Körper haben.

Die Bedeutung der Selbstfürsorge

Ein zentrales Thema ist außerdem die Bedeutung der Selbstfürsorge. Es ist essentiell, sich um das eigene Wohlbefinden zu kümmern, um in der Lage zu sein, anderen zu helfen. Claudia Zeidler betont, wie wichtig es ist, sich nach dem Kontakt mit belastenden Geschichten einen Ausgleich zu schaffen.

Fazit: Nutzen Sie die vorhandenen Ressourcen

Die Psychoonkologie ist ein bedeutendes Fachgebiet, das die psychische Gesundheit von Krebspatienten und ihren Angehörigen unterstützt. Sie bietet individuelle Hilfestellungen, begleitet den gesamten Verlauf der Erkrankung und trägt dazu bei, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Es ist wichtig, die Unterstützung der Psychoonkologie anzunehmen, um die vielschichtigen Herausforderungen einer Krebserkrankung auf körperlicher, psychischer und sozialer Ebene bestmöglich zu bewältigen.

Claudia Zeidler ist Diplompsychologin bei uns im Lanserhof Sylt. Sie hat sich unter anderem auf Stressbewältigung, Trauer und Verlust spezialisiert. Aber auch die Psycho-Onkologie gehört zu ihren Fachgebieten

Häufige Fragen zur Psychoonkologie

Was ist Psychoonkologie?
Psychoonkologie ist ein Fachgebiet, das sich mit der psychologischen Betreuung von Menschen mit einer Krebserkrankung befasst. Es zielt darauf ab, die psychischen und emotionalen Belastungen, die mit einer Krebsdiagnose und -behandlung einhergehen, zu unterstützen und zu bewältigen.

Welche Rolle spielt die Psychoonkologie im Behandlungsprozess?
Die Psychoonkologie ist ein integraler Bestandteil der Behandlung von Krebspatienten. Sie bietet emotionalen Beistand, Bewältigungsstrategien und psychologische Unterstützung, um die Lebensqualität zu verbessern und den Umgang mit den Herausforderungen der Krankheit zu erleichtern.

Welche Aufgaben haben Psychoonkologen?
Psychoonkologen bieten individuelle Beratung, psychologische Therapie, Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung, Hilfe bei Angst, Depressionen und emotionalen Belastungen sowie Strategien zur Bewältigung von Nebenwirkungen der Behandlung.

Für wen ist Psychoonkologie geeignet?
Psychoonkologie richtet sich an Krebspatienten jeden Alters, unabhängig von der Art oder Stufe ihrer Krebserkrankung. Auch Angehörige und Familienmitglieder können von Unterstützung profitieren.

Wann sollte man Psychoonkologie in Anspruch nehmen?
Es ist ratsam, Psychoonkologie von Anfang an in den Behandlungsprozess einzubeziehen. Bereits bei der Diagnosestellung oder während der Therapie können Psychoonkologen Unterstützung bieten. Auch nach der Behandlung oder in der Nachsorge kann Psychoonkologie hilfreich sein.

Wie finde ich einen Psychoonkologen?
Sie können Ihren behandelnden Arzt nach Empfehlungen fragen oder in Krebszentren, Krankenhäusern oder Kliniken nach Psychoonkologen suchen. Online-Verzeichnisse und Patientenorganisationen können ebenfalls nützliche Informationen bieten.

Was sind typische Themen in der Psychoonkologie?
Themen können Angst, Depression, Stress, Beziehungsprobleme, Umgang mit Nebenwirkungen, Entscheidungsfindung zur Behandlung, Lebensqualität, Sexualität, Trauerbewältigung und mehr umfassen.

Welche Ansätze werden in der Psychoonkologie verwendet?
Psychoonkologen nutzen verschiedene Ansätze wie Gesprächstherapie, kognitive Verhaltenstherapie, Entspannungstechniken, Achtsamkeit, Musiktherapie und andere Methoden, um individuell auf die Bedürfnisse der Patienten einzugehen.

Ist Psychoonkologie auch für Angehörige relevant?
Ja, Psychoonkologie kann auch Angehörigen und Familienmitgliedern helfen, mit den emotionalen Belastungen umzugehen, die mit der Krebserkrankung eines geliebten Menschen einhergehen.

Kann Psychoonkologie die körperliche Heilung unterstützen?
Psychoonkologie kann die Gesundheit insgesamt fördern, indem sie den emotionalen Zustand und die Lebensqualität verbessert. Eine positive Einstellung und ein gesundes emotionales Wohlbefinden können indirekt auch die körperliche Genesung unterstützen.

Ist Psychoonkologie nur für Patienten mit schweren emotionalen Problemen?
Nein, Psychoonkologie kann auch für Patienten hilfreich sein, die keine schweren emotionalen Probleme haben. Sie bietet Unterstützung, emotionale Bewältigung und eine Plattform für offene Gespräche und Fragen.

Wird Psychoonkologie von der Krankenkasse übernommen?
In vielen Ländern und Regionen werden psychotherapeutische Leistungen, einschließlich Psychoonkologie, von der Krankenkasse oder anderen Versicherungsanbietern teilweise oder vollständig erstattet. Es ist wichtig, die Deckung und die Bedingungen im Voraus zu klären.

Gibt es Selbsthilfestrategien, die in der Psychoonkologie empfohlen werden?
Ja, Psychoonkologen können Selbsthilfestrategien wie Entspannungsübungen, Achtsamkeit, Atemtechniken und das Führen eines Tagebuchs empfehlen. Diese können dazu beitragen, den Umgang mit emotionalen Herausforderungen zu erleichtern.

Bitte beachten Sie, dass diese FAQ allgemeine Informationen bieten und nicht als Ersatz für professionelle medizinische Beratung oder psychotherapeutische Unterstützung dienen.