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19. März 2020

Podcast #14 – (Co-)Depression! Ein Thema aus der Mitte unserer Gesellschaft

In dieser Folge sprechen wir mit der Moderatorin und Schauspielerin Nova Meierhenrich über die Krankheit Depression. Sie beschreibt anhand ihrer persönlichen Familiengeschichte, wie es ist, wenn ein enges Familienmitglied erkrankt und gibt einen sehr intimen Einblick in das gemeinsame Leben. Wir sprechen auch darüber, warum es so wichtig ist, dass Depression als Krankheit und nicht als Stimmungstief anerkannt wird. Sie erklärt, was die Auslöser sein können, an wen man sich wenden sollte, welche Möglichkeiten wir in Deutschland zur Behandlung haben, welche Auswirkungen das auf die Familie haben kann und welche Rolle Co-Depressionen spielen. Zur Vertiefung empfehlen wir Ihren Bestseller „Wenn Liebe nicht reicht.“

Außerdem weisen wir hier gerne auf alle wichtigen Institutionen hin, die Betroffene und Angehörige unterstützen:

Stiftung Deutsche Depressionshilfe
www.deutsche-depressionshilfe.de
Infos und Hilfe bei Depression – Stiftung Deutsche Depressionshilfe
www.deutsche-depressionshilfe.de
Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe bietet Betroffenen und Angehörigen vielfältige Informations- und Hilfsangebote wie ein Diskussionsforum und das Info-Telefon Depression.

Deutsche Depressions Liga e. V.
www.depressionsliga.de

Freunde fürs Leben e. V.
www.frnd.de
Infotelefon Depression
0800 / 33 44 533
Seelefon
01805 / 95 09 51 | seelefon@psychatrie.de

Telefonseelsorge
0800 / 111 0111
0800 / 111 0222
Telefonseelsorge@diakonie.de
www.telefonseelsorge.de

Kinder- und Jugendtelefon
116 111
www.nummergegenkummer.de

Selfapy
www.selfapy.de

Bild für den Forever Young Podcast

Wir möchten auch auf ein großartiges Projekt von Nova Meierhenrich selbst hinweisen: Herzpiraten, ein Gemeinnütziger Verein zugunsten herzkranker Kinder.
www.herzpiraten.com

Transkription der Folge

Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge von Forever Young. Ich habe heute ein besonderes Vergnügen mit Nova Meierhenrich hier zu sitzen. Nova ist Moderatorin und Schauspielerin. Sie ist bekannt ganz früher aus Jugend TV Formaten wie Bravo TV oder VIVA, hat sehr viel Live-Berichterstattung gemacht zur Formel 1, zum Oskar, zum Glammys, hat große Samstagabend-Shows moderiert und ein regelmäßiges Format auf Vox TV gehabt. Sie ist darüber hinaus als Schauspielerin in vielen Kinofilmen TV-Produktionen und auch Vorabendserien präsent. Und heute ist sie aber als Buchautorin bei mir. Hallo Nova.
Speaker 2
00:01:25
Hallo Nils, ich grüße dich.
Speaker 1
00:01:27
Also Nova heute geht es um das Buch, das du geschrieben hast. Damit ist dann auch die Verbindung zu unserem Gesundheitspodcast. „Wenn Liebe nicht reicht“ Worum geht es in dem Buch?
Speaker 2
00:01:37
„Wenn Liebe nicht reicht“ ist entstanden aus meiner persönlichen Familiengeschichte. Es beschreibt eigentlich die Situation in der sich eine Familie befindet die, egal wie viel Liebe sie der Krankheit Depression entgegenstellt, an den Hürden dieser Krankheit dann doch scheitert. Wir haben das selbst erlebt. Mein Vater war 18 Jahre schwerst depressiv und hat leider den Kampf gegen diese Krankheit vor einigen Jahren verloren. Ich habe mir jetzt zu dem Zeitpunkt noch nicht vorstellen können darüber jemals ehrlich gesagt zu reden, habe das 18 Jahre auch wirklich vor der Öffentlichkeit versteckt würde ich fast sagen. Einfach auch weil meine Familie sich ja mein Beruf nicht ausgesucht hat.
Ich bin öffentlich, aber das heißt ja noch lange nicht, dass alle Probleme meiner Familie auch offen sein müssen. Aber die Entscheidung wurde mir vor ein paar Jahren abgenommen. Eine große Zeitschrift hat das Thema gegen meinen Willen an die Öffentlichkeit geholt und das Buch war einige Jahre danach einfach eine Reaktion darauf, dass ich gesagt habe: Okay, wenn das jetzt schon alles da draußen ist, dann bitte keine Halbwahrheiten, dann bitte keine Lügen dann bitte Offenheit und dann soll es bitte Menschen helfen, dann soll bitte dieses Thema so behandelt werden, dass diese Odyssee, die wir als Familie durch haben, kein anderer machen muss und wenn dieses Buch nur ein, zwei Leuten hilft, dann habe ich damit erreicht sozusagen, was ich mir wünsche und dann war es all die Kraftanstrengung, die dies auch gekostet hat es zu schreiben, war es wert. Und jetzt anderthalb Jahre nach der Veröffentlichung, weiß ich, es hat viele Menschen erreicht und es macht mich sehr sehr glücklich.
Speaker 1
00:03:15
Ich habe es auch gelesen. Ich habe persönlich auch einen Fall, dass einer meiner besten Freunde aus dem Studium, der hat sich sehr früh das Leben genommen. Da war er 26 und ich musste sagen, dass ich auch einige Punkte gefunden habe, insbesondere bei dem Thema Früherkennung, die ich quasi auf diese Situation auch zurückbringen konnte. Was würdest du sagen, vielleicht mal auf dein Vater zurückzukommen: Was war aus deiner Meinung nach der Auslöser für diese Krankheit?
Speaker 2
00:03:46
Bei Depressionen muss man ja sagen, es kann einen Auslöser geben und oft gibt es einen. Es muss aber keinen geben. Das ist schon mal grundsätzlich wichtig zu wissen. Bei uns war es so, dass mein Vater in ein unverschuldeten Konkurs damals geraten ist und die Lebensgrundlage der Familie komplett verloren ging damals. Mein Vater war immer jemand der die Familie über alles gestellt hat. Also er war ein absoluter Familienmensch, hat eigentlich alles in seinem Leben nur dafür gemacht, dass es seinen Kindern, wir sind zu viert, und seiner Frau gut geht und in dem Moment, wo man ihm den Boden unter den Füßen weggerissen hat und das auch alles nicht fair gelaufen ist. Das hat ihm glaube ich wirklich regelrecht das Herz gebrochen damals. Dass er nicht mehr für seine Familie sorgen konnte, dass er nicht mehr für sie da sein konnte und woran man gemerkt hat dass da irgendwas nicht ganz in Ordnung ist, war natürlich vor allen Dingen diese Wesensänderung. Und ich glaube, warum wir auch so spät erst gemerkt haben, ist zum einen hat man in der Zeit in den Achtzigern und Neunzigern noch nicht über dieses Thema gesprochen. Sprich du bist gar nicht sensibilisiert. Und außerdem würde man glaube ich jedem, der ein so großes Loch in seinem Leben erlebt erstmal auch zugestehen am Boden zerstört zu sein. Man versteht komplett, dass derjenige sich erstmal zurückzieht, verzweifelt ist und nicht so motiviert, wie man ihn eigentlich kennt. Wo man dann achtsam sein muss, wenn solche Wesensänderungen anhalten, wenn zum Beispiel jemand in deinem Umfeld der sonst der totale Macher ist auf einmal nur noch plant, aber nichts mehr zu Ende bringt.
Oder wenn jemand der sonst sehr sehr gesellig ist, auf einmal nur noch auf Rückzug ist und aus seinem Zimmer irgendwann nicht mehr rauskommt. Ich glaube eines der wichtigsten Früherkennungsmerkmale ist, eine Wesensänderung der Person und je nachdem wie diese Person vorher war. Meistens schlägt sich das komplett ins Umgekehrte und wenn das länger anhält und einfach nicht auf eine Stimmungsschwankung oder einen kleinen Anlass zurückzuführen ist, dann sollte man achtsam sein, genauer hinschauen und sich damit beschäftigen.
Speaker 1
00:05:52
Ich finde das, was sehr gut in dem Buch herauskommt ist, das, wie du schon sagst, es ist kein Stimmungstief, sondern Depression ist eine Krankheit. Das ist etwas, was tatsächlich auch nachgewiesenermaßen im Gehirn stattfindet und wo eben gewisse Bodenstoffe nicht mehr ausgeschüttet werden.
Speaker 2
00:06:14
Absolut! Es ist eine chemische Reaktion im Gehirn. Depression ist eine Krankheit und wir müssen auch endlich lernen, das anzuerkennen. Wir haben viele viele Jahre damit vergeudet Menschen, die depressiv sind, auf sie runter zu schauen, sie zu stigmatisieren, das Thema zu einem Tabu zu machen. Wenn jemand an Krebs erkrankt ist haben wir Mitleid. Wenn jemand an einer Depression erkrankt ist, sagt man: ja, komm reiß dich mal zusammen! Und das muss aufhören, weil die Person die depressiv, ist ist nicht schwach. Die kann nichts dafür, dass sie da rein geraten ist. Das ist eine körperliche Reaktion, ausgelöst manchmal durch Dinge im Leben, durch Stress, durch Überforderung, durch alles Mögliche, manchmal aber auch durch nichts. Und wir müssen lernen, das als Krankheit anzuerkennen. Nur so können wir helfen.
Speaker 1
00:06:55
Ich finde es sowieso, wenn man sich diese Hochrechnung die auch in dem Buch beschrieben sind anschaut von der Weltgesundheitsorganisation WHO, dann zeigt sich, dass voraussichtlich im Jahr 2030 an Depressionen wahrscheinlich der Großteil der Menschen entweder erkrankt oder aber nicht alle erkranken daran oder aber betroffen sind, direkt betroffen sind, durch ihr Umfeld, so dass es im Grunde eigentlich wirklich auf dem besten Weg ist, eine Volkskrankheit zu werden und dass Stress auf jeden Fall einer der prototypischen Folgen von Depressionen sind und ich glaube jemanden zu finden, der keinen Stress hat oder egal welche Berufe hat, egal womit er beschäftigt ist, Stress durch die Familie, Stress durch sein Umfeld oder sonst was. Also ganz vom Stress freimachen können sich die wenigsten.
Speaker 2
00:07:38
Absolut nicht und wenn man auch vor allen Dingen bedenkt, dass dieses Modewort Burn out was in den letzten Jahren natürlich auch sehr hochgekocht ist, auch eine Form einer Depression ist, eine Vorform von einer schweren Depression. Nicht jeder der Burnout hat, ist depressiv, aber es ist definitiv eine Vorstufe sozusagen und die ist definitiv Stress indiziert und ich glaube gerade mit all den Anforderungen, die das Leben an uns stellt und die ständig größer und anstrengender werden, in dem Sinne ständige Erreichbarkeit, nicht mehr abschalten können, Leistungsorientiertheit und so. Und deshalb wird das ein Thema sein, was uns irgendwann alle beschäftigt, aber auch heute schon, ist es so, dass man weiß, dass jeder fünfte in seinem Leben damit zu tun haben wird, entweder direkt betroffen oder in seinem familiären Umfeld oder Freundes Umfeld. Und es ist bereits eine Volkskrankheit. Es lässt sich nicht wegdiskutieren.
Speaker 1
00:08:29
Ich finde es eine der großen Überraschungen in dem Buch, dass der erste Ansprechpartner für das Thema Depression der Hausarzt ist.
Speaker 2
00:08:37
Ja, das ist definitiv so, weil wen möchtest du erreichen als erstes, wenn es dir schlecht geht, wenn du all diese Symptome hast und das sind ja manchmal auch ganz diffuse Symptome. Also eine Depression hat ja nicht Symptome A B C D und dann machst du eine Addition und dann weißt du ich bin depressiv. Es ist ja wirklich so, dass das alles Mögliche sein kann. Das kann Abgeschlagenheit sein, Müdigkeit, eine Motivationslosigkeit, was ein großes Warnsignal ist Schlaflosigkeit über einen längeren Zeitraum, nicht mehr zur Ruhe zu kommen, jede Nacht aufwachen, stundenlang die Decke anstarren. Appetitlosigkeit kann es sein. Beim nächsten kann es aber auch sein, dass er alles in sich rein frisst, was er findet. Es ist sehr diffus. Also gehe ich als Erstes damit zu meinem Hausarzt, weil dieser Hausarzt, wenn er gut ausgebildet und gut geschult ist und zum Glück sind wir da auf einem guten Weg, dass immer mehr Hausärzte sich mit der Thematik sehr intensiv auseinandersetzen. Der weiß dann weiter und der würde dann weiter sozusagen, wenn eine Depression indiziert ist, verweisen an einen Psychologen zum Beispiel, in eine Therapie oder vielleicht schon mal leichte Antidepressiva geben, um einfach erstmal denjenigen aus seinem Loch aus seiner Stimmungs, aus diesem Tief rauszuholen. Das ist manchmal auch wichtig, damit derjenige überhaupt Therapie fähig ist. Man muss erstmal wieder ein bisschen über diesen Tellerrand gucken können und ein bisschen Helligkeit sehen, um auch zugänglich zu sein für andere Therapieformen, wie eine Gesprächstherapie zum Beispiel. Und deshalb ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner.
Speaker 1
00:10:06
In deinem Buch geht es ja sehr stark auch um das Thema Co-Depression. Das heißt also Co-Depression der Bezugsperson. Das war im Falle deines Vaters, warst du das. Und das im Grunde genommen eigentlich du, durch die Krankheit deines Vaters, ein Stück weit selbst übertragen bekommen hast.
Speaker 2
00:10:31
Ja, nicht nur ein Stück weit. Ich würde mich wirklich zu einem gewissen Zeitpunkt in meinem Leben, war ich wirklich mittendrin in der Depression. Ich glaube wir wissen einfach wahnsinnig wenig noch darüber, dass es Co-Depression überhaupt gibt. Wir haben alle schon mal von Co-Abhängigkeit gehört im Bereich Alkoholismus, wo uns wahrscheinlich allen irgendwie durch Hörensagen klar ist, die Bezugspersonen sind da ganz schön mit eingebunden und rutschen eigentlich mit in diesen Strudel. Ähnlich ist es aber auch bei einer Depression, weil der diejenige, der dran ist, die Familie und das kann auch die ganze Familie sein, also sowieso Depression ist eine Familienkrankheit. Das kann man nicht auf eine Person, auf die kranke Person beschränken, die ganze Familie, das Umfeld ist in diesem Strudel und der eine ist vielleicht etwas besser gewappnet als der andere. Ich sag schon ich habe drei Brüder, die zum Beispiel haben auch damit die ganze Zeit natürlich zu tun gehabt, aber haben es anscheinend besser verstanden sich zu schützen. Und ich hab das anscheinend nicht gekonnt, wobei ich der festen Meinung war, dass das der Fall war. Und ja man richtet sein eigenes Wohlbefinden nach dem des Kranken aus. Hat der Depressive einen guten Tag, hat man selbst guten Tag. Man denkt sich Wow. Es ist auf dem Weg der Besserung. Wir sehen Licht Es geht weiter und wenn dann wieder alles in sich zusammenbricht, bricht man auch selbst zusammen. Ich habe viel zu spät gemerkt, dass ich in diesen Strudel hineingeraten bin. Bis zu dem Punkt, wo ich selbst es so abgestritten habe, dass also wenn mein Umfeld mir nicht geholfen hätte… Keine Ahnung wie das geendet wäre.
Speaker 1
00:12:02
Ja, du sagst auch in dem Buch: Ich habe alles im Griff und redest ja auch von dir selbst, gerade im professionellen Bereich, die, die immer lacht. Auf dem roten Teppich oder in den Produktionen und allem Drum und Dran, hätte niemand bemerkt, dass da irgendwas im Argen ist. Es ist tatsächlich eher der Freundeskreis war, der merkte, dass da was nicht stimmt. Ich fand einen Punkt noch einmal sehr sehr spannend dabei, dass das Thema Panikattacken bei dir losging.
Speaker 2
00:12:30
Das waren für mich die ersten Anzeichen: Panikattacken. Ich habe Panikattacken bekommen. In allen möglichen Situationen. Am Anfang waren es so Sachen, wie auf einer großen Veranstaltung zu sein, in der Mitte von mehreren 100 000 Menschen, das ich dachte, ich kriege keine Luft mehr und dass du in dem Moment so dermaßen davon überzeugt bist, das du ersticken wirst, wenn du nicht sofort diesen Raum verlässt. Und dann bin ich teilweise ohne rechts und links zu gucken, ohne zu grüßen und das haben viele auch gewertet mit: Die ist ganz schön unhöflich. Aber ich hatte nur noch den Drang aus diesem Saal rauszukommen, weil ich dachte.. und das ist das Fatale, wenn man dahinterher drüber nachdenkt, denkt man so, wie bekloppt warst du eigentlich, aber nein man denkt in dem Moment, man stirbt, man wird gleich nicht mehr atmen können, wenn man nicht herauskommt. Das kann man ganz schlecht beschreiben und es wurde dann irgendwann so schwerwiegend, dass ich sogar in meinem privatesten Raum, in meinem Wohnzimmer, im geschützten Raum, der eigentlich existiert, auf meiner Couch Attacken bekommen habe und dann alle Fenster aufgerissen habe, die Balkontür, auf den Balkon gelaufen bin, um den nötigen Sauerstoff zu bekommen, von dem ich sicher war, dass er in meinem Wohnzimmer gleich nicht mehr vorhanden sein wird. Ich bin manchmal in Flugzeuge nicht mehr eingestiegen, weil ich dachte: ne, also das geht nicht. Ich kann da nicht einsteigen. Das geht nicht. Und man ist komplett überfordert, weil das natürlich.. erstmal weißt du gar nicht, was es ist mit dem du zu tun hast. Ich wusste am Anfang gar nicht, dass das Panikattacken sind. Ich kannte das ja gar nicht. Und du denkst am Anfang, du hast einen Herzinfarkt oder weil alles ganz schnell anfängt zu pumpen und deine Temperatur steigt und du hyperventiliert. Erst nach und nach habe ich begriffen mit was ich es zu tun habe und das waren so die ersten Anzeichen, dass ich anscheinend komplett überfordert war mit der Situation, aber unser Beruf funktioniert natürlich auch so, dass du nach außen immer so tust, als ob alles in bester Ordnung ist. Das war bei mir auch eine Zeit, wo ich 300 Tage im Jahr im Flugzeug gesessen habe. Das heißt, wenn ich nicht mehr eingestiegen wäre, wäre mein Job auch weg gewesen, wo ich für vier Sender gleichzeitig gearbeitet habe, wo ich die strahle Frau des deutschen Fernsehens war und das auch aufrechterhalten habe. Das war so dieses gelernte professionelle, dieses totale funktionieren und ich glaube dass gerade solche Menschen, also so Kontrollettis, wie ich, sehr anfällig für so eine Krankheit sind, weil sie natürlich immer denken, sie müssen auch alles im Griff haben. Und es führte dazu, dass ich im Privaten überhaupt nichts mehr im Griff hatte. Ich habe dann wirklich, wenn ich nach Hause kam, die Tür hinter mir zugemacht, bin komplett in mich zusammengebrochen und habe manchmal die freie Zeit, die ich hatte, nur sitzend auf meiner Couch verbracht, mit einer Wolldecke und die Wand angestarrt. Ich konnte noch nicht mal mehr entscheiden zu irgendeinem Zeitpunkt, ob ich jetzt zum Kühlschrank gehe, mir was zu essen mache oder nicht. Ich habe nur noch vor der Kamera funktioniert und da hätte das keiner gemerkt, aber zum Glück hatte ich eine Freundin, die das irgendwann durchschaut hat, aber das hat auch gedauert, weil ich habe meinen Freunden natürlich immer erzählt: Ne, ich habe keine Zeit heute. Ich bin gar nicht da, hat jeder geglaubt. Ich habe mein ganzes Leben nur noch ausgerichtet darauf für meinen Vater da zu sein und das war nicht als Vorwurf definiert, gar nicht. Aber wir haben in der Zeit einfach mehrfach am Tag telefoniert. Ich war sein Ansprechpartner. Diese Telefonate waren, je nach seiner Verfassung, mal sehr positiv, mal sehr negativ. Es wurde geweint, geschrien. Es wurde sich ausgetauscht. Ich habe versucht zu motivieren, alle meine Kraft da rein zu stecken. Manchmal hat mein Vater aber auch einfach aufgelegt und gesagt: Okay tschüss, jetzt tu ich es. Und dann bist du 400 Kilometer entfernt und weißt nicht, sollst du auf die Autobahn springen und losfahren. Aber dann weißt du es ist eigentlich zu spät. Wenn er es jetzt wirklich macht und das hat mich komplett handlungsunfähig gemacht und ich habe nur noch dieses Kontrollding nach außen aufrecht halten können, aber nach innen ging gar nichts mehr, gar nichts. Und das hab ich noch nicht mal eingesehen. Das ist eigentlich krass, weil ich hatte ja vorher jahrelang schon mit der Krankheit zu tun und das möchte ich auch eigentlich jedem mitgeben, egal, was ihr wisst über diese Krankheit. Ich hatte alle Bücher gelesen, alles und meine Mutter hat mir immer gesagt: ich hab das total im Ohr. Pass bitte auf dich auf. Gerade jetzt, du weißt die letzten Jahre auch, wie schwierig das bei mir war. Meine Mutter ist auch wirklich sehr in Mitleidenschaft gezogen worden natürlich, weil sie alles für meinen Vater gemacht hat und versucht hat möglich zu machen. Ich habe immer gesagt: Ich habe das im Griff. Ich weiß doch alles. Ich weiß doch alles. Und dann zu erkennen, dass du irgendwann in der Scheiße genauso tief drinnen sitzt, obwohl du alles weißt und du nichts im Griff hattest. Das war eine harte Erkenntnis, also für mich, als Kontrollfreak, noch schlimmer.

Da war der Punkt, wo du dir im Grunde eigentlich Hilfe für dich gesucht hast.

Auf Druck, aber nur. Meine Freundin hat wirklich über Monate gesagt: Du musst dir Hilfe holen. Und ich habe immer gesagt: Nein brauche ich nicht und ich bin ihr zuliebe, nur ihr zuliebe, zum ersten Beratungsgespräch gegangen, zu einem Psychologen und eigentlich auch nur weil ich ihr beweisen wollte, dass ich da garantiert aus der Stunde rauskommen und der Psychologe sagt: Was wollen Sie denn hier? Sie sind doch völlig gesund. Ich bin nach zehn Minuten in dieser ersten Stunde schon heulend zusammengebrochen und wusste an dem Punkt: nichts ist in Ordnung, aber ich bin auf Zwang hingegangen, eigentlich nur um ihr einen Gefallen zu tun. Nicht weil ich es erkannt hatte. Das kam später.

Speaker 1
00:17:30
Aber es ist ja überhaupt gut, dass du so etwas gefunden hast, weil wenn man jetzt in der Situation ist, wenn jemand das hört und sagt: Okay, ich glaub ich muss auch mal mit jemanden sprechen. Dann ist das ja schon eine große Herausforderung. A jemanden zu finden, aber B überhaupt einen Termin zu bekommen.
Speaker 2
00:17:47
Absolut. Es ist ganz schwierig und ich habe auch damals nur jemanden gefunden, der nicht von der Kasse übernommen wurde. Also ich habe das drei Jahre schön aus eigener Tasche bezahlt, aber das musste so sein. Da hatte ich auch gar keine Wahl. Ja, es ist ganz schwierig gerade einen staatlichen, anerkannten Platz zu bekommen. Oft ist es ein Zeitraum über Monate, bis man einen Erstberatungstermin bekommt oder eine Therapie anfangen kann. Das ist ein Zustand, der nicht haltbar ist, weil jemand, der in diesem Moment bereit ist, sich Hilfe zu holen. Das ist für jemanden der depressiv ist, schon eine Mörder Kraftanstrengungen. Dieses: okay, jetzt bin ich bereit. Jetzt rufe ich da an. Das kann man sich nicht vorstellen, wie schwer das ist und wenn dann derjenige sagt: Okay, wir sehen uns in acht Wochen. Das kann zu spät sein. Und zum Glück gibt es mittlerweile tolle Online Angebote, die versuchen diese Zeit zu überbrücken bis zur ersten Therapie. Und die auch gut funktionieren, mittlerweile von den Kassen anerkannt werden, die bezuschusst werden und das ist eine ganz tolle Entwicklung. Aber wir haben definitiv viel zu wenig Therapieplätze in Deutschland. Viel zu wenig.
Speaker 1
00:18:47
Diese Soforthilfe Maßnahmen, da gibt es ja eine ganze Liste in deinem Buch. Die werde ich dann mal in die Shownotes mit rein bringen. So dass man nicht mehr lange suchen muss. Du hast dann aber tatsächlich eine Therapeutin gefunden und du hast gesagt über drei Jahre.
Speaker 2
00:19:04
Zweimal die Woche. Ich habe das wirklich wirklich ganz intensiv. Ich musste natürlich auch erst mal ganz viel aufarbeiten. Und woher kommt das, Wieso Weshalb Warum bin ich anfällig? Was ist mit mir los und so? Und natürlich hat mir auch diese Therapie schon sehr viele Werkzeuge damals in die Hand gegeben und mich vorbereitet auf dem Moment, wo mein Vater wahrscheinlich erreichen würde, was er zu dem Zeitpunkt auch schon versucht hatte, zum Glück zu dem Zeitpunkt noch nicht gelungen, sich das Leben zu nehmen und ich glaube ohne diese Therapie im Vorfeld, hätte ich ein Jahr später dann den kompletten Zusammenbruch gehabt, als mein Vater sich für den Freitod entschieden hat. Das war für mich eine ziemlich lebensnotwendige Sache und ich kann es nur jedem empfehlen und ich finde auch schade dass wir in Deutschland so wahnsinnig schahmig mit dem Thema umgehen. Ich bin ja viel in Amerika unterwegs gewesen, auch beruflich den letzten Jahren, habe viele Freunde da. Da tauscht man sich schon beim Abendessen aus. Jeder hat ein Shrink da, jeder hat Psychologen da und das gehört zum guten Ton. Jeder hat einen Physiotherapeuten, jeder hat einen Sporttherapeuten, jeder hat einen Ernährungschoach und jeder hat einem shrink. Und das ist überhaupt nichts Anrüchiges da und ich finde auch ganz ehrlich, wenn wir uns ein Bein brechen, gehen wir doch auch zum Arzt, wenn die Seele gebrochen ist, sollten wir das auch tun. Das ist ganz wichtig und da muss sich kein Mensch schämen. Dafür sind diese Ärzte da. Und wenn man das zwischendurch auch nur mal macht, um einfach mal zu gucken, wo stehe ich in meinem Leben, geht mir gehts mir gut? Man muss ja gar nicht an so einem tiefen Punkt sein, um mal ein zwei Stunden beim Psychologen zu machen oder bei einem Coach. Da gibt es ja viele in der Richtung, die einem vielleicht auch schon manchmal helfen so ein bisschen den eigenen Weg wiederzufinden. Ich kann es nur jedem ans Herz legen.
Speaker 1
00:20:41
Absolut, absolut. Also einfach eine gewisse Art von Reflektionen, die im Zweifelsfall wirklich in professioneller Hand ist.
Speaker 2
00:20:50
Absolut, Selfcare. Weil man verliert ja oft den Überblick über sein eigenes Leben und das ist ja gar nicht vorzuwerfen. Es wird immer alles schneller und größer und sich selbst zu erkennen in diesem Strudel, ist glaube ich das Schwerste. Es ist ja wie so ein Wimmelbild. Ja, du kannst von außen immer gut auf andere gucken und dann sieht man alles. Bestes Beispiel, wenn die Freundin Liebeskummer hat, hat man ja die tollsten Tipps parat. Man kann aber selbst in der selben Scheiße stecken und beansprucht nichts dieser Tipps für sich selbst, weil das trifft ja auf einen selbst nicht zu. Man ist ja ein bisschen betriebsblind, was einen selbst angeht. Und so ein Coaching oder eine Psychotherapie oder einfach nur gesprächsführende Stunden, die helfen manchmal einfach zu gucken, wo stehe ich? Bin ich cool mit mir? Bin ich gut mit der Situation? Bin ich der gewachsen? Müsste ich vielleicht ein bisschen mehr auf mich aufpassen?
Abgrenzung ist ein großes Thema. Welches Problem mache ich zu meinem eigenen Problem? Oder das habe ich in der Therapie gelernt: Abgrenzung. Und das fängt mit wirklich kleinen Sachen an, in dem Fall von meinem Vater. Ich musste lernen ganz hart nicht ans Telefon zu gehen sofort wenn er anrief. Das hört sich jetzt total blöd an, aber ich habe wirklich alles stehen und liegen lassen, wenn ich meinen Vater auf dem Display gesehen habe. Ich konnte egal wo sein, ich musste sofort abnehmen. Diese Therapeutin hat mir zum Beispiel beigebracht, was passiert denn, wenn du jetzt zehn Minuten nicht abnimmt. Dann ruft du ihn in zehn Minuten zurück. Was würde dann passieren? Hab ich natürlich gesagt: Wahrscheinlich, vielleicht ist er dann schon gesprungen. Sie so: Ne, glaube ich nicht. Versuchs mal. Und das sind so ganz kleine Sachen, aber die hätte ich selbst nicht gelernt und das hat was mit Selbstschutz, selbst Abgrenzung zu tun und da müssen wir alle bei uns ein bisschen hingucken, weil wir können ja nicht alle Last, aller Welt auf unseren Schultern zu unseren eigenen Problemen machen. Das heißt nicht, dass wir nicht mitfühlen. Das heißt nicht, dass wir uns nicht kümmern. Nur ein gesunder Mensch kann sich um einen Kranken kümmern. Das muss man glaub ich im Kopf haben. Nur eine gesunde Seele kann sich um eine kranke Seele kümmern. Dafür muss man selbst stark sein, um der nicht so starken Person geradezu helfen. Wenn du selbst am Boden liegst, bringt es deinem Kranken gegenüber auch nichts mehr.
Speaker 1
00:22:53
Absolut, absolut. Das ist wie, man kann ja auch nicht Organspender werden, wenn man selbst schon eine Krankheit hat.
Speaker 2
00:22:58
Genau und man sollte sich aber öfter mal solche Bilder vor Augen fühlen, weil ich glaube, dass wir uns alle noch schwer damit tun die Seele als Organ anzuerkennen, was auch krank werden kann. Bei uns in den Köpfen ist immer noch so dieses: jeder muss funktionieren. Alle müssen immer positiv sein, alle müssen immer toll sein, alle müssen immer obenauf sein und ich bin ein total großer Verfechter davon. Lass uns doch bitte mal über Schwächen reden, lass uns über unsere unsere Tiefpunkten reden, lass uns darüber reden wie wir da rausgekommen sind, uns gegenseitig Mut machen. Das ist ja der Wahnsinn, dass man in anderen Kulturen, ganz anders auf Menschen guckt, die wieder aufgestanden sind. Man sagt, ja du warst am Boden, aber du bist wieder aufgestanden. Toll! Hier in Deutschland ist es ein bisschen so, dass man immer noch so ein bisschen so: ja, der lag am Boden. Es ist in jedem Bereich und es ist ganz strange. Ich beschäftige mich da gerade selbst in vielen Gesprächen, die ich gerade mit Menschen führe, genau mit solchen Themen und bin sehr dankbar über all die Geschichten die mir anvertraut werden und ich finde da muss sehr sehr viel mehr Offenheit her. Mandela hat mal gesagt dein größter Erfolg in deinem Leben wird nicht sein, dass du nie gefallen bist, sondern dass du immer wieder aufgestanden ist.
Speaker 1
00:24:08
Gutes Wort. Es ist ja bei dir so, dass du jetzt, das alles ja schon ein bisschen länger her ist. Nichtsdestotrotz stellt man sich natürlich die Frage, wenn man einmal nicht bemerkt hat, dass man es hat, wie man denn sicherstellt, dass es nicht zurückkommt. Ich meine genauso, wie man ja mal sagt, wenn man fünf Jahre keinen Krebs bekommt, ist man durch, aber genau so kann es ja sein, dass auch so eine Krankheit wieder zurückkommen kann. Wo würdest du sagen, sind deine Sicherheitsfaktoren, zum Thema Kontrollfreak, um sicherzustellen, dass du es bemerkst, sollte es wiederkommen.
Speaker 2
00:24:43
Also grundsätzlich. Die Tendenz besteht bestimmt. Also man ist entweder für eine Depression disponiert oder halt auch nicht. Man hat das auch in den Genen. Das ist einfach so. Es gibt eine Prädisposition in den Genen, die ist auch nachgewiesen. Die habe ich garantiert. Sonst wäre ich nicht mittendrin gewesen. Ich achte heute anders auf mich. Das ist schon mal was. Ich habe sehr viel gelernt aus der Zeit. Ich sag öfter: Nein, ich baue kleine Pausen für mich ein, kleine Inseln. Ich muss nicht mehr jeden Job annehmen. Ich muss nicht mehr zu allem Ja sagen, ob das im privaten oder im beruflichen ist. Diese Abgrenzung. Das habe ich glaube ich wirklich ein bisschen für mich gelernt. Natürlich merke ich manchmal schon, wenn so eine Schwermut wieder in mein Leben schleicht. Das ist in den Wintermonaten manchmal besonders extrem. Aber auch so kann das kommen und heute erkenne ich das aber und weiß dann auch, wie ich mich verhalten muss dagegen und vor allen Dingen habe ich meine engsten Freunde ein bisschen eingeweiht, weil die habe ich ja damals angelogen und an der Nase herumgeführt, indem ich immer gesagt habe, hab keine Zeit, bin ich da. Ich habe davon gesagt: Wenn ihr merkt, dass ich euch wieder über längere Zeit erzähle: geht alles nicht kann, ich habe keine Zeit. Hinterfragt das, hinterfragt das, vielleicht bin ich gerade wieder an dem Punkt, wo ich mich wieder einigel und dann holt mich da raus und das kann ich auch nur jedem raten. Und indem ich offen mit denen bin, können die auch ganz anders auf mich gucken und umgekehrt auch. Ich habe mittlerweile Menschen, die mir gegenüber so offen waren, auf die gucke ich jetzt und so können wir alle aufeinander gucken.
Speaker 1
00:26:17
Sehr gut. Vielleicht abschließend dazu zu sagen. Was glaubst du denn, was ist denn das, was passieren muss, in Sachen Prävention, damit das, was deinem Vater oder was dir passiert ist, idealerweise nicht wieder passiert, also völlig verhindern kann man es nicht. Was würdest du sagen, ist das stärkste Mittel zur Prävention?
Speaker 2
00:26:37
Ich glaube das stärkste Mittel ist wirklich reden. Reden hilft. Und wenn es uns gelingt diese Krankheit Depression zu enttabuisieren, so dass auch Menschen, die denken, dass sie Probleme haben oder gerade in einem Loch stecken, dass die sich trauen sich anzuvertrauen. Dann kann man noch viel eher helfen, denn eine Depression ist heute sehr sehr gut heilbar. Sie muss nur früh erkannt werden. Wenn Menschen aber befürchten müssen, dass sie im Job ausgegrenzt werden, dass sie ihren Job vielleicht sogar verlieren, dass sie mit Stigma besetzt werden und und und, und als schwach angesehen werden, als Versager und sich deshalb nicht mitteilen, dann kann diese Krankheit sich ihren Lauf fressen. Mich freut es sehr, dass das Buch, zum einen glaube ich sehr, zu dieser Enttabuisierung auch mit beigetragen hatte, was ich gehofft hatte, aber gar nicht in demMaße mir erhofft hatte. Und nachdem es auf der Bestsellerliste war und das freut mich noch viel mehr. Im letzten Jahr in den meisten öffentlichen Bibliotheken deutschlandweit auf Platz eins der Sachbuch Ausleihe war. Das heißt nämlich, dass die Menschen das Thema nachfragen. Das heißt, dass die, die es sich nicht kaufen konnten, vielleicht auch jetzt durch die Ausleihe die Information sich besorgen. Es heißt, dass sich sehr sehr viele Menschen mit diesem Thema beschäftigen, was alles dazu beiträgt, dass wir offener im Umgang mit dieser Krankheit werden. Ich habe versucht in dem Buch vor allem diese Krankheit auch ein bisschen denjenigen zu erklären, die noch keine Berührung damit hatten und habe viel Feedback bekommen. Danke, jetzt verstehe ich das besser, jetzt weiß ich womit ich das zu tun habe. Das alles hat was mit Enttabuisierung und mit mehr Offenheit zu tun und ich glaube, dass es wirklich die Basis jeder Prävention, indem wir alle mehr wissen, alle mehr darüber reden und Menschen nicht ausgrenzen die depressiv sind, sondern ihnen zur Seite stehen.
Speaker 1
00:28:23
Ich kann das nur hundertprozentig unterschreiben. Ich muss wirklich sagen, ich hatte es im Vorgespräch schon kurz gesagt, ich hätte mir das Buch wahrscheinlich niemals gekauft und bin weil ich einfach das Thema an sich erst mal so negativ bin und denke davon muss ich mich fernhalten. Nur positive Bücher lesen. Ich bin ein großer Fan der Frauenliteratur mit Happy End. Nein und ich muss ganz ehrlich sagen, ich bin sehr froh, dass ich es gelesen habe, einfach auch weil ich A so ein Stück weit diese Vergangenheit mit meinem Kommilitonen besser verstehe, aber auch B, einfach sensibilisiert bin, was viele Punkte betrifft und es geht auch nicht nur um Depression, sondern auch um das Thema selbst Erkennung von Krankheiten, Erkennung von Krankheiten bei anderen, was insgesamt eine Krankheit in der Familie auslöst für die Beteiligten. Und von daher „wenn Liebe nicht reicht“ kann ich wirklich nur ans Herz legen, auch wenn man sich mit dem Thema vielleicht nicht so gern beschäftigen möchte. Es ist sehr gut geschrieben. Es ist sehr kurzweilig und es ist eine sehr gute Hilfestellung für viele Dinge im Leben.
Speaker 1
00:29:32
Vielen Dank für das Gespräch. Schön, dass wir so offen darüber sprechen können.
Danke dir!

Speaker 1
00:29:42
Ich habe noch einen Punkt vergessen bei der Vorstellung von dir. Du bist ja noch neben diesen ganzen tollen Sachen, die du machst auch noch engagiert für eine eigene Stiftung, die gegründet hast: die „Herzpiraten“. Was versteckt sich denn dahinter?
Speaker 2
00:29:54
Ja, es ist ein gemeinnütziger Verein, den ich vor einigen Jahren gegründet habe. Ich bin Schirmherrin von vielen karitativen Projekten schon seit über 20 Jahren und habe aber irgendwann gemerkt, dass das alles mega toll ist und einen Heidenspaß macht, aber dass man natürlich den Kurs von so einem großen Tanker nicht ändern kann als Schirmherr. Man kann mitfahren und vieles tun aber irgendwie habe ich über die Jahre so gedacht: Ich möchte mal mein eigenes Baby gründen, wo ich den Schwerpunkt dann so setzte, wie ich denke, wie Mein Bauch und wie mein Herz mir das sagen und die „Herzpiraten“, ist ein gemeinnütziger Verein zugunsten herzkranke Kinder, den hab ich jetzt 2014 gegründet und führe den Laden allein und mittlerweile ist es ein echt tolles, großes Projekt geworden. Ich kann Herz Organisation und Herz Kinder in ganz Deutschland damit mittlerweile unterstützen. Dieses Jahr haben wir unsere zehnte Herz Piraten Regatta schon. Wir machen einmal im Jahr eine große Segelregatta mit Herz Kindern und ein es ist ein wunderschönes Projekt. Und es ist mein Herzensprojekt, im wahrsten Sinne des Wortes und verbringe sehr sehr viel Zeit damit und jeder der möchte kann ja online mal gucken www.herzpiraten.com, was wir so machen. Denn wir sind klein und fein und natürlich auf jeden Support angewiesen und die Kids haben es wirklich verdient.
Speaker 1
00:31:08
Sehr schön! Werden wir auch in die Shownotes mit reinschreiben