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Lipödem: Symptome, Diagnose und Therapieansätze

Lipödem ist eine weit verbreitete Erkrankung, die insbesondere Frauen betrifft und oft missverstanden wird. In Deutschland ist etwa jede 10. Frau betroffen. Trotz ihrer Häufigkeit wird die Erkrankung häufig nicht erkannt oder falsch interpretiert. Die Auswirkungen des Lipödems gehen weit über ästhetische Bedenken hinaus und beeinflussen das Leben der Betroffenen auf vielfältige Weise.

Lipödem – eine Erkrankung, die Millionen von Menschen, jede 10. Frau in Deutschland, betrifft, doch oft wird sie missverstanden oder gar nicht erkannt. Die Symptome sind weitaus tiefgreifender als bloße ästhetische Bedenken und beeinflussen das Leben der Betroffenen auf vielfältige Weise. Doch es gibt Hoffnung, denn innovative Behandlungsmethoden, darunter auch chirurgische Eingriffe, können dabei helfen, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Wie das genau funktioniert und was jeder darüber wissen sollte, verrät uns Dr. med. Jan Nebendahl, ein renommierter Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie. Er betreibt eine Boutique-Praxis in Hamburg. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die natürliche Ausstrahlung und Persönlichkeit seiner Patienten hervorzuheben und legt dabei großen Wert auf harmonische Balance. Aber sein Fachgebiet umfasst weit mehr als nur Schönheitsfragen.

Lipödem: Ursachen und Missverständnisse

Lipödem betrifft vor allem Frauen, die in bestimmten Lebenssituationen wie der Pubertät, nach einer Schwangerschaft oder im Alter ungewollt zunehmen. Es wird oft fälschlicherweise mit herkömmlichem Übergewicht verwechselt. Früher wurden Betroffene stigmatisiert und einfach als „dick“ abgestempelt, ohne angemessene Hilfe anzubieten. Das Missverständnis besteht darin, den Betroffenen eine Schuld an ihrer Erkrankung zuzuschreiben, obwohl sie keine Kontrolle darüber haben.

Symptome und Diagnose

Typischerweise manifestiert sich das Lipödem durch eine Umfangsvermehrung, vor allem im Oberschenkelbereich. Das Gewebe weist eine spezifische Struktur auf, die sich von normalem Gewebe unterscheidet. Betroffene können eine Delle in das Gewebe drücken, die nicht verschwindet und zu blauen Flecken führt. Ein entscheidendes Symptom ist der Schmerz, der sowohl tagsüber als auch nachts auftritt.

Die Diagnose gestaltet sich komplex, erfordert jedoch das Bewusstsein für bestimmte anatomische Veränderungen und kann mithilfe von Internet-Tools und Fachärzten erfolgen, darunter Hausärzte, Gefäßchirurgen, PE-Boen, plastische Chirurgen oder Dermatologen.

Stadien und Behandlungsoptionen

Das Lipödem verläuft in drei verschiedenen Stadien, von kaum wahrnehmbaren Unterschieden bis zu erheblichen Einschränkungen der Mobilität. Es gibt keine kausale Therapie, jedoch verschiedene Ansätze zur Symptomlinderung. In frühen Stadien wird auf nicht-chirurgische Methoden wie Ernährungsberatung, Kompressionskleidung und Sport gesetzt. In fortgeschrittenen Stadien kann eine Fettabsaugung in Betracht gezogen werden.

1. Stadium I (leichtes Lipödem):

– In diesem Stadium sind die Symptome meist noch leicht ausgeprägt.
– Es können kleine, weiche Fettknötchen unter der Haut tastbar sein.
– Die Haut zeigt noch keine deutlichen Veränderungen, es können jedoch erste Anzeichen von Druckempfindlichkeit auftreten.
– Betroffene klagen möglicherweise über Schwellungen und Schweregefühl in den betroffenen Bereichen, insbesondere an den Hüften, Oberschenkeln, Gesäß und/oder Unterschenkeln.

2. Stadium II (mittelschweres Lipödem):

– In diesem Stadium nehmen die Symptome zu, und die Fettansammlungen werden deutlicher sichtbar.
– Die Haut kann uneben aussehen, und es können sich kleine Dellen (Cellulite) bilden.
– Schmerzen und Druckempfindlichkeit nehmen zu.
– Es kommt vermehrt zu Schwellungen, die sich auch auf die Knöchel ausdehnen können.

3. Stadium III (schweres Lipödem):

– Dieses Stadium ist durch eine ausgeprägte Vermehrung des Fettgewebes gekennzeichnet.
– Die Haut kann stark verändert sein, mit tieferen Dellen, Verhärtungen und möglicherweise Blutergüssen.
– Schmerzen und Druckempfindlichkeit sind deutlich ausgeprägt.
– Die Schwellungen nehmen weiter zu und können auch zu einer Beeinträchtigung der Beweglichkeit führen.
– In fortgeschrittenen Fällen können auch andere Komplikationen auftreten, wie z.B. Infektionen, Lipolymphödem (Verbindung mit einem Lymphödem) oder psychische Belastungen aufgrund der ästhetischen Veränderungen.

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Betroffenen alle Stadien durchlaufen, und die Symptome können von Person zu Person variieren. Frühe Diagnose und ein individuell angepasstes Behandlungskonzept können dazu beitragen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Fettabsaugung und moderne Ansätze

Die Fettabsaugung, insbesondere das Wasserstrahl assistierte Verfahren, ist eine Möglichkeit, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Die Patienten sollten jedoch realistische Erwartungen haben und verstehen, dass dies keine ästhetische Maßnahme, sondern darauf abzielt, Beschwerden zu mindern. Die moderne Kompressionstherapie und ein gezieltes Vorgehen bei der Nachsorge tragen dazu bei, optimale Ergebnisse zu erzielen.

Die Behandlung des Lipödems in Deutschland wird von den Krankenkassen nur unter bestimmten Bedingungen übernommen. Es ist wichtig zu beachten, dass die Kriterien für eine Kostenübernahme variieren können und von der individuellen Situation der Patientin abhängen. Hier sind einige Aspekte, die bei der Kostenübernahme für die Behandlung des Lipödems berücksichtigt werden:

1. Schweregrad des Lipödems: In der Regel übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Behandlung von Lipödem, wenn die Erkrankung einen bestimmten Schweregrad erreicht hat, insbesondere in den fortgeschrittenen Stadien.

2. Konservative Therapieversuche: Oft wird erwartet, dass zuerst konservative Maßnahmen wie Kompressionsstrümpfe und physiotherapeutische Maßnahmen erfolglos versucht werden, bevor invasive Therapieoptionen in Betracht gezogen werden.

3. Bescheinigung durch Fachärzte: Die Diagnose und die Notwendigkeit einer Behandlung müssen von einem Facharzt für Gefäßmedizin, Phlebologie oder einem Spezialisten für Lymphologie bestätigt werden.

4. Nachweis von Beschwerden: Es ist wichtig, dass die Patientin nachweisen kann, dass das Lipödem erhebliche Beschwerden oder gesundheitliche Beeinträchtigungen verursacht, die durch konservative Maßnahmen nicht ausreichend gelindert werden können.

Die gängigen Behandlungsmethoden für Lipödem umfassen konservative Ansätze wie Kompressionstherapie, physiotherapeutische Maßnahmen und manuelle Lymphdrainage. In fortgeschrittenen Fällen kann eine liposuktionelle Entfernung des übermäßigen Fettgewebes (Liposuktion) in Erwägung gezogen werden.

Es ist ratsam, dass betroffene Personen mit ihrem behandelnden Arzt und der Krankenkasse in Kontakt treten, um die individuellen Voraussetzungen für eine Kostenübernahme zu klären. Eine ärztliche Bescheinigung über die medizinische Notwendigkeit der Behandlung ist in solchen Fällen entscheidend.

Forschung und Ausblick

Die Ursachen des Lipödems sind noch nicht vollständig verstanden, und Forschungsbemühungen konzentrieren sich darauf, die Kommunikation der Fettzellen und die genetischen Strukturen zu entschlüsseln. Kausale Therapieansätze stehen jedoch noch aus.