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15. September 2021

Welche Rolle spielt die Ernährung bei Migräne?

Nach wie vor sind die genauen Ursachen der Migräne nicht vollständig erforscht. Jedoch gehen viele Wissenschaftler davon aus, dass das Gehirn der Betroffenen aufgrund ihrer Veranlagung empfindlicher reagiert als das Gehirn von gesunden Menschen. Plötzliche Veränderungen im Körper, wie Hormonschwankungen oder Änderungen äußerer Einflüsse können eine Kopfschmerzattacke auslösen. Diese inneren und äußeren Umstände werden als Triggerfaktoren bezeichnet, sie sind nicht die eigentliche Ursache, sondern der Auslöser von Schmerzattacken.

Dabei sind Migräneauslöser bei jedem Betroffenen individuell. Einen Menschen belastet der Wechsel zwischen Ruhe und Stress, einen anderen ein veränderter Schlaf-Wach-Rhythmus. Aber auch bestimmten Nahrungs- und Genussmitteln wird nachgesagt, Attacken hervorrufen zu können.

Welche Nahrungsmittel gelten als mögliche Migräneauslöser?

Histamin ist ein natürlicher Stoff, der unter anderem als Signalüberträger oder Neurotransmitter im Gehirn und an Entzündungsreaktionen beteiligt ist. Bei einigen Personen ist der Abbau von Histamin gestört, das heißt, sie haben eine Histaminintoleranz. Nehmen sie also vermehrt Histamin zu sich, kann dies ein Auslöser für Migräne sein.

Weiterhin gilt Tyramin – ein Neurotransmitter – als Trigger. Studien dazu fallen aktuell noch unterschiedlich aus: Einige zeigen eine fördernde Wirkung auf Migräne, anderen decken überhaupt keinen Zusammenhang auf.

Bezogen auf Histamin und Tyramin macht es Sinn, auf folgende Lebensmittel zu verzichten:

  • Gereifte Käsesorten
  • Gepökelte Wurstwaren
  • Sauer eingelegtes Gemüse
  • Räucherfisch
  • Wein und Bier

Darüber hinaus gibt es noch weitere besondere Inhaltsstoffe, die eine Migräne auslösen können:

  • Glutamat: Geschmacksverstärker in vielen Fertiggerichten, Chips und Würzmitteln
  • Aspartam: Künstlicher Süßstoff in Light-Produkten und Süßwaren
  • Nitrit: Konservierungsstoff in Fleisch und Wurst

Worauf sollten Betroffene achten?

Zunächst macht es Sinn, die Ursache oder die sogenannten Triggerfaktoren zu erkennen. Helfen kann dabei das Führen eines Kopfschmerztagebuches. Hier sollte dokumentiert werden, wie häufig und wie stark die Attacken in einem bestimmten Zeitraum auftauchen. Ebenfalls vermerken sollten Sie die Ernährungsweise oder auch andere Faktoren des Alltages, die sich als Auslöser ausmachen lassen. So lassen sich ganz persönliche Nahrungsmittel feststellen, auf die verzichtet werden sollte. Jeder Betroffene entwickelt demnach seine spezielle „Migränediät“. Bedacht werden sollte angesichts dessen, dass zwischen der Aufnahme des Nahrungsmittels und einer Attacke häufig mehrere Stunden liegen können oder auch ein ganzer Tag. Selbst, wenn bestimmte Nahrungsmittel als Triggerfaktoren erkannt wurden, kommt es immer wieder vor, dass diese dennoch vertragen werden können, wenn keine weiteren Störfaktoren hinzukommen. Eine Vielzahl an Störfaktoren kann ebenfalls einen Anfall provozieren. So kann es sein, dass Sie das Glas Sekt an einem Tag gut vertragen, an anderen jedoch mit Migräne zu kämpfen haben. Eine Umstellung der Ernährung ist nur dann sinnvoll, wenn bestimmte Nahrungsmittel eindeutig als Auslöser identifiziert wurden. Weiterhin kann in Absprache mit dem behandelnden Arzt die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln bei der Vorbeugung gegen Migräne unterstützend wirken. Besonders empfohlen werden Magnesium, L-Carnitin, L-Tryptophan und B-Vitamine wie Niacin und Riboflavin. Enthalten sind diese Mikronährstoffe z. B. im Präparat Never Mind vom Lanserhof Lab.

Die 10 Goldenen Regeln für Migräne Patienten:

Die Migräne Liga Deutschland hat wichtige Tipps für Betroffene definiert:

  1. Vermeiden Sie möglichst eine regelmäßige Einnahme von Schmerztabletten an mehr als zehn Tagen, um damit einem Dauerkopfschmerz durch Medikamenten Übergebrauch vorzubeugen.
  2. Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch, um Auslöser zu dokumentieren.
  3. Überprüfen Sie Ihre Ernährung und vermeiden Sie jedes Zuviel an Fett, Süßigkeiten, Zitrusfrüchten, Kaffee, Alkohol und Nikotin. Essen Sie regelmäßig und gesund. Verzichten Sie auf die Lebensmittel, bei denen eine Unverträglichkeit festgestellt wurde.
  4. Legen Sie Pausen ein und achten Sie auf Entspannung in Form von Yoga, leichten Ausdauersportarten, autogenem Training etc.
  5. Versuchen Sie übermäßigen Lärm zu vermeiden und achten Sie darauf, sich keinen starken Licht- oder Sonneneinwirkungen auszusetzen.
  6. Achten Sie auf mehr Gelassenheit und überprüfen Sie Ihre (hohen) Erwartungen an sich und an Ihre Mitmenschen.
  7. Lernen Sie, „Nein“ zu sagen, und überfordern Sie sich nicht. Versuchen Sie psychische Belastungen wie Sorgen, Verantwortung und Stress abzubauen.
  8. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um durch eine medikamentöse Prophylaxe länger anhaltenden Migräneattacken vorzubeugen.
  9. Achten Sie auf sich und auf die Signale Ihres Körpers.
  10. Sie sind mit Ihrer Krankheit nicht allein. Ein Eintreten in eine Selbsthilfegruppe für Migränepatienten kann für Betroffene hilfreich sein.

Eine Heilfasten-Kur kann Betroffenen helfen

Therapeutisch haben wir im Lanserhof beste Erfahrungen mit der Fastenkur. Die positiven Effekte des Fastens in zahlreichen Stoffwechselvorgängen und der allgemeinen Körperentgiftung führen sehr häufig zu nachhaltiger Verbesserung einer Migräneerkrankung, oftmals auch zur kompletten Heilung. Eine umfassende Diagnostik möglicher Ursachen kann den Erfolg ebenfalls unterstützen.