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Rückenschmerzen: Symptome, Diagnose und Behandlung

Rückenschmerzen sind eine weit verbreitete und oft quälende Angelegenheit, die viele Menschen betrifft. Es gibt zahlreiche Annahmen darüber, was diese Schmerzen verursacht, und oft wird die Bandscheibe als Hauptverdächtige für Schmerzen dargestellt. Doch ist diese Vorstellung wirklich gerechtfertigt, oder gibt es tiefere, oft übersehene Faktoren, die bei der Entstehung von Rückenschmerzen eine Rolle spielen?

„Ein Leben lang einen gesunden Rücken zu haben, das ist möglich.“

Bei den Bandscheiben handelt es sich um lebendige Knorpelstrukturen zwischen den Wirbelkörpern. Diese flexiblen Gebilde enthalten einen gallertartigen Kern, der zwischen den Wirbeln eingepasst ist und durch straffe Bänder mit den tiefen Rückenmuskeln verbunden ist. Die wohl bekannteste Erkrankung der Bandscheibe ist der Bandscheibenvorfall.
Unser heutiger Gast Prof. Dr. Ingo Froböse ist Universitätsprofessor für Prävention und Rehabilitation im Bereich Sport an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Er ist Autor zahlreicher Bücher zum Themenbereich Gesundheit, Ernährung und Sport. Einer breiten Öffentlichkeit wurde Prof. Froböse als Experte in zahlreichen Medien bekannt, wo er regelmäßig Fragen zum Thema Sportmedizin beantwortet. Heute erklärt er uns, warum Rückenschmerzen kein Schicksal sein müssen und was wir dagegen tun können. In seinem neuesten Buch „Bandscheiben Akut Training” gibt es außerdem viele Tipps zur Selbsthilfe.

Die Bandscheibe als vermeintlicher Schuldiger

Die Bandscheibe wird häufig als der Sündenbock für Rückenschmerzen betrachtet. Doch Studien zeigen, dass nur 2-3 % aller Rückenschmerzen tatsächlich auf Probleme mit der Bandscheibe zurückzuführen sind. Es ist wichtig zu verstehen, dass Rückenschmerzen oft multifaktoriell sind und nicht immer eine eindeutige Ursache haben.

„Der Schmerz in der Regel entsteht immer im Kopf.“

Ein entscheidender Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt, ist, dass Schmerzen in der Regel im Gehirn entstehen. Selbst bei Bandscheibenvorfällen verursacht die Bandscheibe selbst keinen Schmerz. Erst wenn das umliegende Nervengewebe oder andere Zellen eine Notversorgung benötigen, sendet der Körper Signale an das Gehirn, und der Schmerz entsteht.

Die Bandscheibe als lebendiges Organ

Die Bandscheibe ist kein statisches Element; sie ist ein lebendiges Organ mit Blutversorgung und Reparaturmechanismen. Statt sofortiger operativer Eingriffe ist es ratsam, der Bandscheibe Zeit zur natürlichen Heilung zu geben. Körperliche Aktivität spielt dabei eine unterstützende Rolle, da sie den Stoffwechsel in der betroffenen Region erhöht.

Es ist bekannt, dass die Bandscheibe im Laufe der Zeit altersbedingten Veränderungen unterliegt. Jedoch ist das Alter allein nicht zwangsläufig der Auslöser für Rückenschmerzen. Statistiken zeigen, dass zwischen dem 30. und 45. Lebensjahr Rückenschmerzen am häufigsten auftreten, danach nimmt ihre Häufigkeit wieder ab.

Muskeln als emotionale Schnittstelle

Muskelverspannungen und emotionale Zustände sind eng miteinander verknüpft. Die Muskulatur reagiert sensibel auf Stress und Ängste, was sich wiederum auf den Rücken auswirken kann. Die Bedeutung der Muskulatur für die Stabilität der Wirbelsäule sollte daher nicht unterschätzt werden.

Die Ernährung spielt eine entscheidende Rolle bei der Gesundheit der Bandscheibe. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, Vermeidung von Nikotin und eine ausgewogene Proteinzufuhr sind dabei wichtige Aspekte. Rauchen beeinträchtigt die Durchblutung der Bandscheibe, während Proteine für Reparaturprozesse und den Erhalt der Muskelmasse essenziell sind.
Umgang mit akuten Schmerzen

Obwohl die Lendenwirbelsäule die größten Wirbel und Bandscheiben aufweist, ist sie für etwa 70 % der Rückenschmerzen verantwortlich. Ihre besondere Rolle als Verbindung zwischen Ober- und Unterkörper macht sie anfälliger für Instabilität.

Bei akuten Rückenschmerzen ist es wichtig, Ruhe zu bewahren, den Rücken zu schonen und leichte Aktivitäten zu fördern. Nach einigen Tagen kann man zur Normalität zurückkehren und dabei gegebenenfalls medikamentöse Unterstützung in Betracht ziehen.

Langfristig betrachtet ist Schonung allerdings der falsche Weg, Bewegung ist wichtig, um die Durchblutung zu fördern und Bandscheibenschmerzen zu bekämpfen.

„Schonung ist das falscheste, was man tun kann, also nichts tun, sich hinlegen und darauf warten, dass die Rückenschmerzen wieder weggehen.“

Was tun bei Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das Menschen jeden Alters betreffen kann. Die Ursachen für Rückenschmerzen sind vielfältig und reichen von altersbedingten Verschleißerscheinungen bis zu Verletzungen und eingefahrenen Lebensgewohnheiten. In diesem Ratgeber geben wir Tipps, wie Sie mit Rückenschmerzen umgehen können.

Schonen oder bewegen?

Die Frage, ob man sich bei Rückenschmerzen schonen oder bewegen sollte, hängt von der individuellen Situation ab. In vielen Fällen ist es ratsam, aktiv zu bleiben und sich nicht komplett zu schonen. Physiotherapeutische Übungen, Gymnastik, Yoga oder Pilates können dazu beitragen, die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern.

Kühlen oder wärmen?

Die Anwendung von Kälte oder Wärme kann je nach Ursache der Rückenschmerzen unterschiedlich wirksam sein. Bei akuten Entzündungen oder Schwellungen kann Kälte helfen, während Wärme bei verspannter Muskulatur Linderung verschaffen kann. Experimentieren Sie, um herauszufinden, was in Ihrem Fall am besten funktioniert.

Schmerzmittel oder hart bleiben?

Die Einnahme von Schmerzmitteln kann vorübergehend Linderung verschaffen, sollte jedoch nicht die einzige Maßnahme sein. Langfristig ist es wichtig, die Ursachen der Rückenschmerzen zu identifizieren und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um die Beschwerden zu reduzieren. Überlegen Sie, ob physiotherapeutische Unterstützung oder andere therapeutische Ansätze sinnvoll sind.

Massage bei Rückenschmerzen

Ursachen von Rückenschmerzen

Rückenschmerzen können durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter altersbedingte Verschleißerscheinungen, Verletzungen, muskuläre Probleme und strukturelle Veränderungen wie Bandscheibenvorfälle. Eine genaue Diagnose ist entscheidend, um die richtige Behandlung einzuleiten.

Hexenschuss und Bandscheibenvorfall

Ein Hexenschuss ist ein plötzlicher, schießender Schmerz im Rücken, der oft durch einfache Bewegungen ausgelöst wird. Ein Bandscheibenvorfall tritt auf, wenn der innere Kern der Bandscheibe ausstülpt und auf das Rückenmark oder Nerven drückt. Beide Situationen erfordern eine genaue Diagnose und gezielte Behandlung.

Blockaden und Wirbelgleiten

Muskelverspannungen können zu Blockaden führen, bei denen sich der Körper schützend verhält. Wirbelgleiten tritt auf, wenn sich Wirbelkörper verschieben und Nerven bedrängen. Manuelle Medizin kann helfen, solche Blockaden zu lösen.

Wichtige Maßnahmen zur Vorbeugung

Um Rückenschmerzen vorzubeugen, ist es entscheidend, die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit zu erhalten. Regelmäßige Bewegung, gezielte Übungen und eine ergonomische Arbeitsumgebung können dazu beitragen, Rückenproblemen vorzubeugen.

Bewegung bei Rückenschmerzen

Psychische Aspekte beachten

Rückenschmerzen können auch psychische Ursachen haben oder psychische Belastungen verstärken. Eine ganzheitliche Betrachtung, die Körper und Psyche einschließt, ist wichtig, um langfristige Beschwerden zu vermeiden.

Wann ist ein Arztbesuch notwendig?

Ein Arztbesuch ist insbesondere dann notwendig, wenn neurologische Probleme, Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen auftreten. Bei reinen Schmerzen kann eine medikamentöse Behandlung in Absprache mit einem Arzt sinnvoll sein.

“Bei massiven neurologischen Problemen, das bedeutet also Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen sollte man sofort zum Arzt gehen.”

Arztzimmer Rückenschmerzen

Bewegung als Heilmittel

Regelmäßige körperliche Aktivität wirkt nicht nur entzündungshemmend, sondern reguliert auch das Immunsystem und unterstützt die Gesundheit der Bandscheibe. Dehnen und Faszientraining können dabei sinnvoll sein, sollten jedoch in einem angemessenen Rahmen stattfinden.

1. Dehnen:
– Dehnen kann wohltuend für die Entspannung der Muskulatur sein.
– Muskeln, die aufgrund von sitzender Tätigkeit verkürzt sind, sollten in die Länge gezogen werden.
– Statisches Dehnen wird als effizienter betrachtet, insbesondere unter Einbeziehung des Bindegewebes.
– Dynamisches Dehnen kann als Alternative für die Aufwärmung dienen, da es gleichzeitig eine Kreislaufaktivierung ermöglicht.

2. Bewegung und Training:

– Regelmäßige Bewegung und Training, einschließlich Gelenkigkeitstraining und Muskeltraining, sind wichtig.
– Muskelarbeit ist ein stimulierender Faktor für Faszien, und regelmäßige Bewegung fördert die Beweglichkeit.

3. Faszien:
– Faszien, das Bindegewebe, hat verschiedene Funktionen wie Kommunikation, Interaktion, Versorgung und Stabilisierung.
– Regelmäßige Muskelarbeit ist der beste Stimulator für Faszien.
– Selektives Training für Faszien ist normalerweise nicht notwendig, wenn regelmäßige Bewegung und Training vorhanden sind.

4. Erste Maßnahmen bei Rückenschmerzen:
– Ruhe bewahren und die Muskulatur nicht weiter stressen.
– In der Rückenlage entspannen, leichte Aktivitäten durchführen, eventuell Massage, Wärme oder Kälte anwenden.
– Bei massiven neurologischen Problemen, wie Taubheitsgefühlen oder Lähmungserscheinungen, sofort einen Arzt aufsuchen.
– Entzündungen können durch regelmäßige körperliche Aktivität positiv beeinflusst werden.
– Bewegung schüttet entzündungshemmende Botenstoffe aus und kann dazu beitragen, das Immunsystem zu regulieren.
– Eine empfohlene Übung zur Entlastung des Rückens bei Hexenschuss ist eine Dehnung der Bauchmuskulatur.
– Dabei setzt man sich auf einen Stuhl, streckt die Arme nach oben und hinten und hält die Position für einige Sekunden.

Fazit: Rückenschmerzen können vielfältige Ursachen haben

Rückenschmerzen können vielfältige Ursachen haben, und die beste Vorgehensweise hängt von der individuellen Situation ab. Kombinieren Sie verschiedene Maßnahmen, um Beschwerden zu lindern und langfristig vorzubeugen. Bei Unsicherheiten oder anhaltenden Problemen suchen Sie professionelle medizinische Hilfe auf.