logo-lanserhof

Browser Warnung

Bitte beachten Sie, dass die Verwendung des Internet Explorers einige Probleme verursachen kann. Für die uneingeschränkte Nutzung der Seite wechseln Sie bitte den Browser.

logo-lanserhof

Schulterschmerzen – Ursachen, Diagnosen und präventive Maßnahmen

Schulterschmerzen sind eine häufige Beschwerde, die Menschen dazu veranlasst, einen Arzt aufzusuchen. In einem Interview mit einem Experten für Schulterprobleme erfahren wir interessante Fakten über die Häufigkeit dieser Beschwerden und die drei am häufigsten gestellten Diagnosen: das Impingement-Syndrom, die Kalkschulter und die gefürchtete Frozen Shoulder.

Hätten Sie gedacht, dass Probleme mit den Schultergelenken häufiger der Grund für einen Arztbesuch sind als zum Beispiel Herzkreislauf- oder Stoffwechselerkrankungen? In unserem heutigen Gespräch erklärt Prof. Dr. Daniel Briem aus dem LANS Medicum, Facharzt für Orthopädie, Chirurgie und Unfallchirurgie und Mannschaftsarzt des HSV Handballs, welche drei Beschwerden an der Schulter am häufigsten auftreten und warum er Verfechter einer konservativen Behandlung ist, „in 90% der Fälle ist keine Operation nötig“.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

1. Das Impingement-Syndrom

Das Impingement-Syndrom tritt auf, wenn weiche Strukturen in der Schulter, wie die Rotatorenmanschette und der Schleimbeutel, an knöchernen Landmarken anstoßen und eingeklemmt werden. Dies führt zu Schmerzen, die oft im Zusammenhang mit überkopfbelastenden Sportarten wie Tennis auftreten können. Der Experte betont, dass in den meisten Fällen das Impingement-Syndrom erfolgreich und konservativ behandelt werden kann.

2. Die Kalkschulter

Die Kalkschulter tritt besonders bei Frauen im mittleren Lebensalter auf und ist durch Ablagerungen von Kalkkristallen in den Sehnen der Rotatorenmanschette gekennzeichnet. Dies kann zu akuten und starken Schmerzen führen. Der gute Nachricht ist, dass sich Kalkablagerungen oft von alleine auflösen, aber in manchen Fällen ist eine konservative Behandlung mit Medikamenten oder Stoßwellentherapie erforderlich.

3. Die Frozen Shoulder

Die Frozen Shoulder ist eine Erkrankung, bei der die Beweglichkeit des Schultergelenks ohne erkennbaren Grund eingeschränkt wird. Sie tritt besonders bei Frauen im mittleren Lebensalter auf und kann in drei Phasen verlaufen: Schmerzen bei guter Beweglichkeit, Einfrieren der Schulter und schließlich das Auftauen der Beweglichkeit. Die genauen Ursachen sind unbekannt, aber hormonelle Faktoren könnten eine Rolle spielen.

Bei starken Schulterschmerzen oder Verdacht auf eine der genannten Diagnosen wird empfohlen, einen Orthopäden oder Unfallchirurgen aufzusuchen, der sich auf Schulterprobleme spezialisiert hat. Frühe konservative Behandlungen werden bevorzugt, und Operationen sollten erst nach gründlicher Überlegung in Betracht gezogen werden.

Präventive Maßnahmen

Um Schulterschmerzen präventiv entgegenzuwirken, empfiehlt der Experte günstige Ergonomie und regelmäßige Übungen. Besonders effektiv sind Dehnungen, bei denen ein Theraband verwendet wird, sowie Ruderbewegungen, die die Muskulatur im Schultergürtel stärken und dehnen. Eine gute Ergonomie am Arbeitsplatz und im Alltag kann ebenfalls dazu beitragen, Schulterproblemen vorzubeugen.

Schulterschmerzen sind in der Bevölkerung weit verbreitet, aber viele Fälle können erfolgreich konservativ behandelt werden. Es ist wichtig, frühzeitig einen Spezialisten aufzusuchen, um eine genaue Diagnose zu erhalten und geeignete Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden zu ergreifen. Präventive Übungen und eine gesunde Lebensweise spielen eine entscheidende Rolle bei der Vermeidung von Schulterproblemen.

FAQ zum Thema Schulterschmerzen

Wie häufig sind Schulterschmerzen und wie verlaufen sie?

Schulterschmerzen gehören zu den häufigsten orthopädischen Beschwerden, wobei bis zu 70 % der Betroffenen Schmerzen unter dem Schulterdach erleben. Der Verlauf kann variieren, wobei etwa die Hälfte der Betroffenen innerhalb von sechs Monaten Besserung erlebt, während andere über Jahre Beschwerden haben können.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für Schulterschmerzen?

Bei akuten Schmerzen wird geraten, die Schulter zu schonen, zu kühlen und bei Bedarf entzündungshemmende Schmerzmittel einzunehmen. Physiotherapeutische Übungen können die Schulter stärken und ihre Beweglichkeit verbessern. Operationen bieten bei Schmerzen unter dem Schulterdach oft keine großen Erfolgsaussichten und sollten sorgfältig abgewogen werden, da sie Risiken mit sich bringen können.

Wie können akute Schulterschmerzen selbst behandelt werden?

Bei akuten Schulterschmerzen wird empfohlen, die Schulter zu schonen und belastende Armbewegungen zu vermeiden. Kühlung der schmerzenden Stelle und die kurzfristige Anwendung entzündungshemmender Schmerzmittel wie Ibuprofen können die Beschwerden lindern. Es ist wichtig, Schmerzmittel nicht über einen längeren Zeitraum einzunehmen.

Welche Rolle spielt Physiotherapie bei der Behandlung von Schulterschmerzen?

Gezielte Physiotherapie mit Kräftigungs- und Beweglichkeitsübungen kann die Schultermuskulatur stärken und die Beweglichkeit verbessern. Dies trägt dazu bei, die Beschwerden zu reduzieren und langfristig vorzubeugen. Die individuelle Anleitung durch einen Physiotherapeuten ist hierbei entscheidend.

Wie steht es um operative Eingriffe bei Schulterschmerzen?

Studien zeigen, dass operative Eingriffe bei Schmerzen unter dem Schulterdach oft nicht effektiver sind als eine Scheinbehandlung, bei der Patienten denken, sie hätten einen Eingriff erhalten. Operationen bergen Risiken und führen nicht immer zu einer nachhaltigen Besserung. Daher sollten sie nur in Betracht gezogen werden, wenn konservative Maßnahmen nicht wirken oder bei spezifischen Indikationen.

Welche Personen sind besonders gefährdet, Schulterschmerzen zu entwickeln?

Berufsgruppen, die häufig über Kopf arbeiten, wie Maler, Elektriker, Lagerarbeiter, und Personen, die bestimmte Sportarten mit intensivem Armgebrauch ausüben (Tennis, Handball, Turnen,…), haben ein erhöhtes Risiko für Schulterschmerzen. Zudem können schwache Schultermuskeln und einseitige Belastung zu Beschwerden führen.

Können Schulterschmerzen von selbst abklingen?

Ja, Schulterschmerzen können sich innerhalb von sechs Monaten spontan verbessern. Es ist jedoch wichtig, belastende Aktivitäten zu vermeiden und bei persistierenden Schmerzen professionelle medizinische Beratung einzuholen, um die beste Vorgehensweise zu bestimmen.

Wie lässt sich zwischen verschiedenen Schultererkrankungen unterscheiden?

Die Diagnose erfolgt durch ärztliche Befragung, körperliche Untersuchung und gegebenenfalls bildgebende Untersuchungen. Unterschiedliche Begriffe wie „Schulter-Impingement-Syndrom“, „Rotatoren-Manschetten-Syndrom“ oder „Kalkschulter“ können verwendet werden, aber viele Fachleute bevorzugen den Begriff „Schmerzen unter dem Schulterdach“ (subacromiales Schmerzsyndrom) aufgrund der Vielfalt der möglichen Auslöser.

Wie lange können Schulterschmerzen andauern?

Der Verlauf von Schulterschmerzen ist individuell. Bei einigen Patienten klingen die Schmerzen innerhalb von sechs Monaten ab, während andere über Jahre hinweg Beschwerden haben können. Die Dauer hängt von der Ursache, dem Schweregrad und der angewendeten Behandlung ab.